Copenhagen Cavendish

Kleine Perlen, versteckt zwischen hypigen Tabaken und Neuerscheinungen - ja es gibt sie noch. Krasses Beispiel: Der Copenhagen Cavendish von DTM.

Diesen Tabak habe ich das erste Mal vor einigen Monaten (oder waren es Jahre?) probiert. Damals war ich auf der Suche nach einem süßen Virginia und habe mir den Mallard und den Copenhagen Cavendish gekauft. Beides geile Tabake. Mit großen Unterschieden. Einer davon: Den Mallard sieht man in Pfeifengruppen quasi täglich. Ein sehr omnipräsenter Tabak, auch völlig zu Recht - auch wenn einige da anderer Meinung sind. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Es geht um den Copenhagen Cavendish (CC). Wir erinnern uns: als Cavendish bezeichnet man Tabake, die mit Hitze (Feuer, Dampf) bearbeitet und anschließend presst, damit eine zweite Vermentierung einsetzt, was den Tabak dunkel werden lässt. Ziel ist ein süßeren Tabak zu schaffen, der eine angenehme Textur und Feuchte besitzt.

Der CC - auch wenn der Name anderes vermuten lässt - ist kein purer Cavendish. Eigentlich ist es gar kein Cavendish, es handelt sich um einen ready rubbed Virginia. Warum dann Cavendish? Man kann dafür argumentieren, dass der Tabak süß und sanft wie Cavendish ist. Und obwohl der Tabak ohne Top-Flavor auskommt, hat er eine dänische Seele. Wobei ich neulich noch gelesen habe, dass man in Dänemark gar nicht die zugekleisterten Aromaten mag, sondern eher VA-Flakes pafft. Sei's drum.

Die Dosen sind mittlerweile langweilig. Blech mit einem Aufkleber "Copenhagen Cavendish" und vielen vielen Warnhinweisen. Ja, wir wissen es: wer Tabak pafft kommt in den siebten Kreis der Hölle... doch was in der Dose ist! Ein schöner, grober ready rubbed Virginia, der schon durch seinen Duft klar macht, wo die Reise hingeht. Und zwar ins Genussland.

Schon mit den ersten Zügen bekommt man eine satte, runde Virginiafracht. Ohne Ecken, ohne Kanten. Einfach roggenartige Aromen. Roggenbrot umweht mit einem Hauch Honig und Citrus. Hellere Früchte. Der Rauch ist für einen Virginia überaus cremig. Auf der Zungenspitze sehr süß. Man muss aufpassen und gemächlich paffen, sonst könnte der Tabak bissig werden. Gerne auch mal mit Filter rauchen.

Insgesamt eine schön unkomplizierter Smoke, der einen viel bietet ohne zu überfordern. Keine Erleuchtung und der Virginia wird hier auch nicht neu erfunden. Aber er ist halt cremig und süß. So macht es mir Spaß. Auch ein interessanter Kandidat für eine Langzeitreifung. Bestimmt auch schmackhaft zu einem Gläschen Rye Whiskey, aber dazu an anderer Stelle mehr!


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