Salty Dogs

Das wütende Meer peitscht das Segelschiff. Der Wind heult und dichter Regen durchnässt jeden Menschen bis auf die Knochen. Unter diesen Bedingungen eine Pfeife rauchen? Unmöglich. Deshalb haben Seemänner gerne mal ihren Tabak gekaut. Einfach einen Plug in der Tasche, wenn man wollte ein Stück abbeißen.

Einen solchen Plug verkoste ich Heute für euch. Den Salty Dog von DTM. Wobei...vielleicht doch eher Dan Pipe, denn da bekommt man den Tabak. Ursprünglich wird der Plug von der STG produziert. 
Salty Dogs in Cob

Der Plug-Tabak mag vielen vielleicht sehr "urtümlich" vorkommen. Doch täuscht euch nicht. Pfeifentabak wurde zunächst als Spun Cut, also ein Rope, produziert. Das wurde per Hand gemacht. Oder mit Spinnräder. Tatsächlich geht das auf die Praktik der Seeleute zurück, die ihre Tabakblätter rollten und mit z.B. Rum gefeuchteten. Aber ebenso haben die Seeleute ihren Tabak zu Päckchen gefalten und mit Gewichten beschwert. Daraus entstand dann eine Art Protoplug. Die älteste Plugpresse stammt aus dem Jahr 1892.

So ein Plug ist an sich schon eine spannende Sache, weil man die Möglichkeit hat seinen Tabak in der Form zu rauchen, wie man ihn tagesaktuell haben will. Doch ganz so einfach ist das wiederum nicht. Die Verarbeitung eines Plug-Tabaks benötigt schon ein wenig Geschick. Oder zumindest ein scharfes Messer. Und mit scharf meine ich richtig scharf. Mit dem dreimal übern Schleifstein gezogenem Küchernmesser kommt man da nicht weit. Hat man ein passables Messer, kann man vom Plug dünne Scheiben schneiden oder sich kleine Würfel "hacken".

Der Salty Dogs gilt als aromatisiert, da dem Tabak Rum zugefügt wird. Klar, das macht angesichts des Namens und der Geschichte wirklich Sinn. Im Kaltgeruch ist der Rum jedoch weniger präsent, deutlich weniger als zum Beispiel beim Plum Cake von MacBaren. Der Kaltgeruch ist sehr dunkel, mit dem Virginia als dominanter Komponente. Das überschreitet die typischen "dunkle Fruchte" deutlich hin zu einer erdigen Note nach Humuserde.

Die Verarbeitung eines Plug benötigt etwas Geschick. Ich empfehle tatsächlich den Tabak - zumindest die oberste Schicht - so fein wie möglich zu verarbeiten, gerne die geschnittenen Scheiben auch aufreiben. So lässt sich der Tabak deutlich einfach anzünden. Mit Cubes oder gerollten Scheiben ist das gar nicht so einfach. 


Wenn der Tabak dann einmal glimmt, dann erwartet einen die volle Süße der dunklen Virginias. Ich bin mir nicht sicher, ob der Rum hier nicht sogar etwas zusätzliche Süße liefert. Das Aroma spielt zwischen Feigen und dunklen Pflaumen.

Perique kann im Tabak ja durchaus ein Chamäleon sein. Mal fruchtig, mal pfeffrig. Im Salty Dogs kommt definitiv die pfeffrige Seite des Perique zum tragen. Was mir sehr gut gefällt, denn das gibt dem Plug zusätzliche tiefe und aromatische Komplexität, eine zusätzliche Dimension. 

Es bietet sich an den Tabak gemächlich und sanft zu paffen, denn sonst kann die Zunge im Mitleidenschaft gezogen werden. Das ist auch so ein Thema bei dem Tabak... Ich musste beim Rauchen recht häufig nachfeuern. Ebenso war die Feuchtigkeitsentwicklung relativ hoch. Doch etwas umständlich. Am Ende habe ich den Tabak nur noch so fein wie möglich aufgerieben.

Was bleibt zu sagen? Der Salty Dogs ist ein dunkel-süß-würziger VaPer, der angenehme Süße liefert und aromatisch sehr angenehm ist. Die Handhabung ist mir zu umständlich, da bevorzuge ich Coins oder Flakes. 

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