Kilchoman Small Batch For Germany

Endlich komme ich dazu einen Kilchoman auf meinem Blog zu verkosten! Heute geht es um die Small Batch for Germany Abfüllung, gereift in Bourbon-, Sherry- und Portfässern. Das alles mit angenehmen 48,9%.

Eine Sache vorab: Ich liebe Kilchoman. Ich liebe Kilchoman, obwohl die Brennerei doch ab und an in der Kritik steht. Sie bringen nur NAS-Abfüllungen raus, wohinter sich zu junger Whisky verstecke. Die Abfüllungen sein zu teuer und für den Preis zu nichtssagend. Kilchoman habe zu wenig Charakter. 

Für zeichnen folgende Sachen Kilchoman aus: 
Kilchoman ist eine winzige, inhabergeführte Brennerei. Mit knapp 200.000 l/pa Output gehört sie mit zu den kleinsten Brennereien in Schottland. Das alleine sagt ja erstmal nicht viel. Auch eine kleine, inhabergeführte Brennerei könnte hypothetisch Scheiße produzieren. Es zeigt sich aber, dass die kleinen Brennereien meist viel Herzblut in die Sache legen. Mir fällt da Edradour ein. Oder Wolfburn. Und Kilchoman auf jeden Fall auch. Das kann man gut nachvollziehen, denn Kilchoman ist auf seinen sozialen Medien extrem transparent. Man kann auf deren IG quasi jeden Schritt einer neuen Abfüllung nachvollziehen. Das finde ich mega. Und zu guter Letzt: Kilchoman überzeugte mich Geschmacklich bisher jedes mal!

Die Small Batch Abfüllung hatte noch ein besonderen Schmankerl für mich parat. Wie mancher vielleicht weiß, ich liebe die Kombination aus Port und Rauch. Deshalb habe ich mir von dem Porteinfluss viel erhofft. Tja, manchmal sollte man sich vielleicht nicht so große Hoffnungen machen, denn der Malt hat mich an mancher Stelle überrascht.

Auge: Goldene Orange an poliertem Rost. Behäbige, schwere Legs. Lassen sich richtig Zeit. Hätte ich nicht erwartet.

Nase: Nasse Erde. Kakaobohnen. Etwas jugendliche Frische. Torfige Mineralität. Duftig-blumige Vanille. Kekse und Milch. Aus einer größeren Entfernung grüßen dunkle Früchte. Waffel mit Waldfruchtkompott. Leder. Heller Tabak.

Mund: Direkt auf der Zunge sehr ölig und cremig. Der Alkohol ist genau richtig. Leicht wärmend, leicht prickelnd. Leckere Süße auf der Zunge. Dann Aromen von Erdnüssen. Könnte das Fino gewesen sein? Eine Nuance Moschus. Schokolade. Am Lagerfeuer gerösteter Fruchtsalat im Regen.

Herz: Geschmeidiger Abgang. Fast mild. Rauch und Vanille in der Nase. Kakao auf Felsen.  Bleibt mittel bis lang und wärmt angenehm.

Fazit: Typisch ist hier nichts. Man hat keine Noten, wo man sagen könnte: Das ist Sherry, das ist Port. Vielleicht war hier weißer Port im Spiel? Und ein Fino? Könnte ich mir vorstellen. Highlight in dem ganzen ist für mich die Textur. Den will man gar nicht schlucken. Und das meine ich positiv. Insgesamt ein eher leichter, sehr rauchiger (kann mit Laphi mithalten) Whisky. Daumen hoch.

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