Amphora Full

Heute verkosten wir einen echten Klassiker. Oder was davon übrig geblieben ist. Den Amphora Full. 

Noch vor einiger Zeit hießt der Tabak "Amphora Full Aroma", vermutlich wurde das "Aroma" im Zuge der Verschärfung des Gesetzes zur Benennung von Tabak zum Opfer, da das böse Wort vielleicht unschuldige Seelen zum Kraut des Teufels bringen könnte. 

Es sei an dieser Stelle einmal angemerkt, dass wir heute nicht zum ersten Mal dicht an einem kompletten Tabakverbot stehen. Es gab schon Zeiten, in denen dieses Teufelswerk schon mal verboten war. Im 17 Jahrhundert war das Rauchen in vielen Teil Europas aus Sicherheitsgründen verboten. Doch ungeachtet dessen hatten Raucher ein sehr schlechtes Image. Sittenverfall. Schlechte Manieren. Etc.

Tja, die Menschheit ist ein alter Hund. Und denen bringt man bekannterweise keine neuen Tricks bei. Geändert hat sich in dieser Hinsicht eher wenig. Doch manche Sachen haben sich geändert.

Der Amphora wurde seit 2006 von Mac Baren produziert. Davor war Douwe Egbert der Hersteller. Dieser ist 2015 mit Jacobs fusioniert, in diesem Jahr ging der Amphora komplett an Mac Baren.

Also war der Amphora ursprünglich ein holländischer Tabak. Die holländische Mischung ist eigentlich eine eigenständige Tabakkategorie. Ursprünglich handelte es sich dabei um Tabak auf Java-Basis, meist mit einer dezenten Aromatisierung. Java ist ein Tabak, der in Indonesien, auf den Inseln Java, Sumatra und Borneo angebaut wird. Er ist sehr würzig, hat aber einen angenehmen, weichen Rauch. Indonesien war noch bis in die späten 40er des 20. Jahrhunderts eine niederländische Kolonie. Erst 1949 wurde Indonesien unabhängig. Und 1961 Niederländisch-Neuguinea, was heute ebenfalls zu Indonesien gehört.


Geblieben ist dem Amphora von diesem Erbe die Aromatisierung. Dennoch wird der Amphora in Shops gerne noch als Holländer angepriesen. Heute würde der Amphora nicht als klassisch holländische Mischung klassifiziert werden. Sondern eher ein "Allerweltsaromat". Wobei, so eine typische Rauchpappe ist das nicht. Man muss schon sagen, dass der Tabak eine durchaus solide Basis hat. Neben Virginia und Burley lassen sich auch Kentucky und Orient finden. Das alles gemeinsam gepresst und als in einem relativ feinen Schnitt rauchfertig unter die Leute gebracht.


Öffnet man den Pouch, kommt einem zunächst ein relativ lockerer, fast homogen mittelbrauner Tabak entgegen. Der Duft ist eher tabaklastig. Nur das gewisse Etwas, das merkt man schon.

Feuchtigkeit ist da, darf also etwas antrocknen, darf aber ebenso direkt aus dem Pouch verraucht werden. Das tut man am Besten aus etwas größeren Pfeifenköpfen. Der Amphora mag Raum zur Entfaltung. Meist kam meine Vauen Luxus 8602 zum Einsatz. Und die ist ein echter Kolben. Ihr werdet online kaum Bilder zu diesem Modell aus den 70ern finden, da müsst ihr schon auf meiner FB-Seite oder meinem Insta Feed stöbern. Idealerweise nachdem man sich ein Köpfchen Amphora zum glimmen gebracht hat.

Das funktioniert übrigens dank des feinen Schnitts recht einfach. Ebenso ist der Amphora ein extrem unkomplizierter Raucher. Ich habe fast immer den Kopf bis auf einem Häufchen Asche runtergeraucht, ohne viel Arbeit in den Tabak zu stecken. Höchst unkompliziert und anfängertauglich. Anfängertauglich eben auch, weil man viel von der Aromatisierung schmeckt. Gerade zu Beginn. In Beschreibungen ist oft von Vanille und Schokolade die Rede. Meines Erachtens nach ist das  Aroma eher fruchtig. Eine angenehm rote Fruchtnote, untermalt von einem dezent floralen Touch. 

Die Aromatisierung legt sich gegen Mitte der Pfeife und überlässt den Tabaken das Spielfeld. Ich habe meist ein Wechselspiel von Virginia und Kentucky, oft auch den Burley gemerkt. Vom Orient eher weniger. Der Tabak war bei Zeiten leicht heuig, citrisch - dann wieder kernig, erdig, rauchig. Um manchmal eine Nuance gerösteter Nüsse zu offenbaren. Dabei dezent süß. Sehr angenehm. 

Insgesamt ein ansprechender Tabak, mit mittelschwerer Aromatik, eher leichtem Körper und wenig Nikotin. Lässt sich vorzüglich als Desertersatz zum Kaffee rauchen. Oder sogar schon in den Morgenstunden, wenn es einem die Muße erlaubt.


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