Hautned Bookshop

In Deutschland an US-Tabak zu kommen ist schwer. In den meisten Fällen ist es schlichtweg illegal. Der Zoll ist dazu verpflichtet den Tabak abzufangen. Da die Verpackung nicht der EU-Norm entspricht, muss der Tabak vernichtet werden. Steuern fallen dennoch an. Und weitere Gebühren. Selbst wenn der Tabak bei euch ankommt, dann seid ihr dazu verpflichtet das dem Zollamt zu melden. Obwohl ich gerüchtweise gehört habe, dass einige Pfeifenraucher das nicht so eng sehen. 

Es gibt aber auch Wege legal an US-Tabak zu kommen. Mitbringen. Oder durch Schenkungen. Ein Kumpel aus den USA kann dir 50g Tabak schicken. Das geht so durch den Zoll. Man darf nicht keine Gegenleistung (Du schickst mir, dafür bekommst du..) geben. Und so bin ich an diesen Tabak gekommen, den ich heute hier bespreche. Den Cornell & Diehl "Haunted Bookshop". Ein nicht unumstrittener Tabak. 

Ich glaube ja, dass der Tabak - gerade in Deutschland - einem Missverständnis unterliegt. Dieses Missverständnis liegt im Namen. Viele assozieren damit einen "verwunschenen Buchladen" und damit Oppas Kirsch-Vanille-Kraut. Jedoch ist "Haunted Bookshop" ein Buch von Christopher Morley, welches in Deutschland unter dem Namen "Das Haus der Vergessenen Bücher" zuletzt 2014 erschienen ist. Fun Fact: Die Geschichte feiert dieses Jahr 100. Jubiläum.

Da heutzutage alle Menschen höchst allergisch auf Spoiler reagieren, will ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen was die Story angeht. Aber: Was wie ein Geschichte über einen kauzigen Buchhändler anfängt, das dreht sich schnell in einen handfesten Thriller. 


Beim Haunted Bookshop handelt es sich um einen Burley mit etwas Virginia und einem Hauch Perique. Und das ganze in extrem wuchtig, sehr stark und nichts für schwache Nerven. Viele sagen dem Tabak nach, dass er hyperaktiv und kratzig ist.

Mir lagen zwei Versionen des Haunted Bookshop vor. Eine aus einem Bulk, und eine frische Dose. Eigentlich sollten die Tabake gleich sein. Jedoch war der Unterschied merklich. Die Bulk-Version schmeckte nach bitterem Zigarettentabak. Die Dose, frisch geöffnet, hatte damit nichts zu tun.

Der Haunted Bookshop duftete direkt beim Öffnen der Dose sehr intensiv nach dem was er ist. Tabak. Tief und aromatisch, mit etwas, dass mich an alte Eichenmöbel in Großelterns Wohnung, wo der Oppa immer seine Fehlfarben Brasil geraucht hat. Die Konditionierung des Tabak ist ab Dose ok, darf aber auch gerne trocknen. Der Schnitt ist relativ fein. Und gepaart mit der Stärke des Tabaks habe ich in der Regel zu kleineren bis mittleren Pfeifenköpfen gegriffen. 


Das anfängliche Aroma beim rauchen ist überwältigend intensiv. Es erinnerte mich an das Aroma, wenn man einen Tabakladen betritt. Viele sagen ja, dass sie rauchen würden, wenn der Rauch so schmecken würde wie er riecht. Das ist hier der Fall. Noten von Schokolade und Nuss, ergänzt mit feinem Pfeffer vom Perique.

Im Rauchverlauf entwickeln sich sehr angenehme, holzige Noten. Zedernholz. Frisch angespitzer Bleistift. Aromen, die ich eigentlich eher von Cigarren kenne. Ich würde den Haunted Bookshop schon als sehr cigarrig beschreiben. Wenig süße, viel Aroma.

Zum Ende hin legt der Tabak noch eine Schippe von Aroma und Intensität drauf. Insgesamt ein sehr sauberer Smoke, sehr trocken, keine zicken. Lässt sich bis zum letzten Krümmel rauchen und hinterlässt feine, helle Asche.

Vielleicht habe ich einfach eine Neigung zu hyperaktiven Tabaken. Ich mochte ja schon den Three Nuns Green, welcher von vielen als viel zu hibbelig beschrieben wurde. Mir macht das nix. Der Haunted Bookshop ist für mich ein top Burley, gerne wieder. 





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