DRT 2019

Letzten Samstag war es wieder soweit. Distel-Revival-Party. Dieses in Jahr in neuer Location. 

Für alle, die nicht wissen was Ambach ist: Distel-Revival-Party ist ein jährliches Treffen von paar Hundert Whiskynerds in Oberhausen im Format einer Bottle-Party. Jeder bringt was mit. Benannt ist die Party nach der legendären Distel, einer mittlerweile geschlossenen Whiskykneipe in Oberhausen.


Dieses Jahr fand das Treffen in einer für den regelmäßigen Leser nicht unbekannten Location statt. Der Kapelle St. Bernardus in Oberhausen-Sterkrade, wo zuletzt auch das Laddie-Nerds-Treffen stattfand. Eine grandiose Location.

Leider fand das Treffen dieses Jahr unter besonderen Umständen statt. Vor kurzer Zeit war die treibende Kraft hinter dem Treffen und unbestrittene Größe der deutschen Whiskyszene Jürgen Schneider von uns gegangen. Was allen Teilnehmern ziemlich zusetzte. Aber am Ende waren sich die Besucher einig, dass es nicht in Jürgens Sinne gewesen wäre jetzt Trübsal zu blasen, sondern unser sowieso viel zu kurzes Leben zu feiern. Vielleicht lag es daran, aber ich habe in fünf Jahren Distel-Revival-Party kein Jahr erlebt, an dem so eine innige und herzliche Stimmung herrschte. Es war überwältigend. 


Macallan Amber im Cottage
Mein Abend fing diesmal im Bottroper Cottage an, weil wir uns für 18 Uhr eine Taxigemeindschaft eingerichtet haben. Um mir die Wartezeit etwas relaxter zu machen, fing ich mit einem Macallan Amber an. Das große M ist bekanntlich nicht mein Steckenpferd - und der Dram erinnerte mich wieder daran. Macallan ist nicht schlecht, aber für mich auch nicht wirklich gut. Oder man muss absurd hohe Summen für einen Dram hinlegen. Der Amber war aber wirklich dünn und charakterlos. Aber als Opener nicht verkehrt.

Anschließend hat mich Ralf (der Inhaber vom Cottage) dazu überredet einen Rothaus Black Forrest Madeira Finish zu probieren. Dabei wollte ich mir die Fassstärken doch bis später aufsparen. Naja, Satz mit X. Der Whisky war nach einer anfänglich sehr brutalen, fast muffigen Nase dann  angenehm und wirklich lecker. Fruchtig, süß, mit typischer Getreidenote.

Nach den beiden Drams ging es zur Kapelle. Dort wartete schon Knut, mein Flaschenbuddy und Mitadmin in der Whisky-Gruppe, weil die offizielle Begrüßung des Abends anstand. Diese wird traditionell mit einem Dram aus der eigens mitgebrachten Flasche begonnen. Bei uns war das ein Ballechin aus dem Madeirafass von Signatory, abgefüllt für den Whiskyhort. Ein sehr guter Malt. Das Rauchlevel ist eher mittel, aber das Madeirafass ist extrem gut. Trocken, würzig, lecker- Edradour/ Ballechin, mittlerweile für mich in den Top 3. 


Benrinnes
Mein absolutes Highlight an dem Abend war ein 20yo Benrinnes aus dem Bourbonfass. Schon wieder, denn auf der Whiskywelt Burg Scharfenstein hat mich ein Benrinnes genauso geflasht. Ich weiß nicht, wie die das machen. Aber blind tippe ich bei Benrinnes aus Bourbon immer auf Sauternes oder hellem Sherry. Diese Brennerei werde ich mir bei Gelegenheit genauer anschauen.

Weiter ging es mit dem neuen Springbank 15 aus dem Rumfass. Auch wieder hat sich mein bisheriges Urteil bestätigt. Rumlagerungen sind nicht meins. Ich schmecke davon nichts. aber Rum ist mir generell zu lasch. Selten einer dabei, wo ich überhaupt was schmecke. Anschließend hatte ich den Longrow Pinot Noir, der mir aber schon bekannt war.

Anschließend habe ich einen 9yo Islay Malt von Best Dram aus dem PX-Fass verkostet. Bei solchen Events geht PX, weil man nach einigen Drams schon eine eher eingeschränkte Wahrnehmung hat. Aber PX ist einfach so arg heftig, dass es wirklich die meisten Aromen überlagert. Ich bin kein Freund von PX.



Ein Diskussionspunkt war die nächste Abfüllung. Dabei handelte es sich um den "Revendge of the Bots". Einen Secret Islay Malt vom Brühler Whiskyhaus. Ich habe nicht nachgesehen, welches Fass dieser Whisky hatte. Die kollektive Meinung war jedoch Sherry. Nur ich habe widersprochen und gesagt, dass es ein Rotweinfinish ist. Tatsächlich ist es Port. 

Es folgte ein nichtssagender Caol Ila. Die Brennerei macht auch nicht wirklich Charakterwhisky. Kann mir mal jemand einen richtig kantigen, charakterstarken Caol Ila empfehlen? Kein Wunder, dass der Malt gerne für Blends verwendet wird.

Zum Ende hin beantwortete ich mir noch eine Frage: ist der Laphi 10 CS soviel besser als der normale 10er? Und die Antwort ist: Ja!

Den Abschluss bildete dann, dass die 2fellosen das Lied vom Loch Lomond sangen. Schöner hätte es nicht enden können. Das Taxi brachte uns nach Hause. Und ich freue mich auf das nächste Jahr voll Freunden und gutem Whisky. 

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