Tamnavulin 9yo

Heute verkoste ich weider einen Whisky von den C&S Drams, der mit von den Drambassadoren zur Review gestellt wurde. Und zwar einen 9 Jahre alten Tamnavulin. 

Die Tamnavulin-Brennerei gehört auch nicht zu den Malts aus der ersten Reihe. Wenn man mit den Single Malt anfängt, dann ist Tamnavulin sicher nicht die erste Brennerei, die man trifft. Aber das sagt ja nix über die Qualität des Whisky aus.

Eröffnet wurde Tamnavulin 1966, damals gehörte die Destille zu Invergordon, die man ja heute noch als Produzent von Grain Whisky kennt. 1994 übernahm Whyte & Mackay die Brennerei, welche schon zwei Jahre später geschlossen wurde. Im Jahr 2000 wurde für 6 Wochen lang wieder produziert. Danach war still um die Stills, bis 2007 United Spirits Eigentümer wurde. Diese haben die Destille modernisiert. 2014 übernahm die Firma Emperador, die zum Beispiel auch Dalmore, Fettercrain und Jura gehören. Emperador hält aktuell das Unternehmen Whyte & Mackay. Soviel zum Hintergrund. Jetzt zu den wichtigen Sachen. Was kann Tamnavulin denn so?


Der Newmake von Tamnavulin soll extrem leicht und rein sein. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass der Whisky sehr schnell die Fassaromen aufnehmen wird. Das Fass wird bei Tamnavulin stärker in den Fokus gerückt, als bei Brennereien mit ausgeprägtem Brennereicharakter. Der Nachteil ist, dass es wenig Brennereicharakter gibt, man quasi nur das Fass schemckt. Moment - sind Vor- und Nachteil hier nicht identisch? Ja, quasi schon. Was machen wir daraus? Man muss sich halt überlegen, wohin die Reise gehen soll. Haut man den in ein saftiges PX-Fass, dann hat man am Ende quasi Sherry in der Flasche. Das will man ja nicht.

Bemerkenswerterweise sind diese Infos bei dieser Abfüllung von C&S Dram wirklich aufschußreich, denn es erklärt, warum der Whisky ist, wie er ist. Aber: Wie ist er den nun? Hier meine Notes.


Auge: Extrem hell, fast klar. Sehr viele, filigrane Legs. Öliger Film am Glas.

Nase: Zuerst würzig mit Muskat. Entwickelt sich schnell hin zu röstigen Aromen. Fettrand vom Steak. Nach einer Weile beruhigt sich der Malt und die typischen Fruchnoten eines Speysiders kommen zum Vorschein. Apfel, Zitrone, Mandarine. Wird dann floraler. Veilchen. Getragen von Bourbonfass-Vanille und einem Hauch Getreide.

Mund: Kräfter Antritt. Stark und cremig. Malzig. feine Süße auf der Zunge. Alkohol ist präsent, aber angenehm. Noten von frischem Kaffee und Limone. Insgesamt leichter Körper, aber nicht zu schwach.


Herz: Mittellanger Abgang. Anhaltend malzig mit Espresso und Schokolade.

Fazit: Ein wirklich sehr guter Whisky. Leicht aber stark. Unkompliziert aber richtig geiler Bourbonfass-Whisky. Hat mich total überzeugt. 

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