St. Peter's Flake

Wie letzte Woche erwähnt, habe ich heute den St. Peter’s Flake aus dem Hause Pipe Republic am Start. Kurz die Fakten zusammen gefasst: Pipe Republic ist eine Tochter von Tabac Benden aus Düsseldorf (u.a. Cigar World), welche dieses Jahr eine eigenen Linie Pfeifentabake auf den Markt gebracht hat. Diese wurden bei Dan Pipe hergestellt. Wer etwas zur Ästhetik und Bedeutung der Namen der Tabake lesen möchte, der kann das im letzten Blog tun. Letzte Woche hatte ich den Broadstairs verkostet. Diese Woche also den St. Peter’s Flake. Dabei handelt es sich im einen Virginia-Perique Tabak in Flakeform.

Was sind Flakes? Flaketabak ist Pfeifentabak, der in Scheiben kommt. Diese Scheiben entstehen, weil der Tabak in der Produktion zusätzlich gepresst wird. Dieses Pressen lässt den Tabak etwas nachreifen und hat einen Einfluss auf den Geschmack. Aus der Presse kommt ein Tabakwürfel, der sogenannte „Plug“. Dieser wird dann in Scheiben geschnitten und fertig ist der Flake.

Gerade viele Anfänger fragen sich, wie man Flaketabak raucht. Das ist simpel: Einfach kleinreiben, dann lässt der sich wie ein Ribbon Cut verarbeiten. Einige Fragen sich, warum dann überhaupt Flakes? Egal in welcher Form, der Flake bleibt gepresster Tabak. Auch wenn einige Pfeifenbloggerkollegen behaupten, dass man Flake nur in der „Knick-Falt-Methode“ rauchen sollte (Die Flakescheibe zweimal knicken und so in den Kopf stopfen). Kann man machen, muss man aber nicht. Erlaubt ist, was schmeckt.

Kommen wir zum Tabak. Genauer gesagt zu den Sorten. Wir haben einen Virginia-Perique. Also einen Tabak, der aus Virginiatabaken und Periquetabak besteht. Fangen wir mit dem Virginia an. Virginia ist ein großblättriger Tabak, der sehr viel eigenen Zucker enthält und somit sehr süß schmeckt. Je dunkler der Virginia ist, desto stärker und würziger schmeckt er. Ich tippe darauf, dass es sich hierbei um Virginia aus Zaire oder Mysore handelt.

Ein spezielles Kraut ist der Perique. Das ist eine verarbeitete Tabakspezialität, bei dem der Tabak über eine gewisse Zeit im eigenen Saft in Holzfässern fermentiert. Es gibt diverse Rezepte, die da durchs Netz geistern. Gar nicht so wichtig. Wichtig ist zu wissen, dass es prinzipiell zwei Arten von Perique gibt. Einmal den St. James Perique aus Louisiana, USA. Und Acadian Perique. Der St. James Perique gilt als der „echte“ Perique, dann dort wurde dieser Tabak ursprünglich hergestellt. Als Acadian Perique werden Tabake bezeichnet, die nach Perique Art hergestellt werden, sich aber aus anderen Anbaugebieten speisen. Ob diese Unterscheidung sich wirklich aufrechterhalten lässt, das bleibt Gegenstand der Diskussion. Das St. James Gebiet ist sehr klein. Der Tabak als Monokultur stark durch Wetter, Klima und andere Faktoren bedroht. Es gibt kaum bis keinen St. James Perique am Markt. Und auch beim St. James wird Tabak dazugekauft. Ich will jetzt auch keine Lösung dieser Debatte anbieten. Sondern nur festhalten, dass St. James Perique irgendwie aus dem St. James Gebiet kommt.

Und warum der ganze Sermon? Nach Aussagen von Pipe Republic enthält der St. Peter’s Flake den St. James Perique. Das passt in die Philosophie der Marke. Denn auch beim Broadstairs letzte Woche wurde auf die „echten Orients“ bestanden. Ich will das jetzt so mal stehen lassen. Wichtig ist nur, dass ich diese Information bekommen habe, nachdem ich meine Dose leer hatte. Es kann meine Review nicht beeinflusst haben. Also, ab an den Tabak.
Ein Statement gegen Knick-Falter.
St. Peter's Ready Rubbed (Hand Made).

Beim Öffnen der Dose strömt einem schon der heuig-malzige, frucht-pfeffrige Duft in die Nase. Verführerisch. Die Flakes sind nicht im Kaugummiformat, sondern haben die doppelte Breite. Die liegen akkurat aufeinander und man muss schon etwas pfriemeln, damit man die Flakes voneinander getrennt bekommt. Das ist für Flakes aus dem Hause DTM nicht unüblich, da hier auf Klebestoffe zum Verdichten der Flakescheiben verzichtet wird. So kommt es auch, dass die St. Peter's Flakes schnell zerfallen. Der Tabak lässt sich sehr gut aufrubbeln, aber auch grob geknickt stopfen. Feuchtigkeit ist nicht zu hoch.


Dann, Feuer frei. Und wenn der Peter einmal glimmt (manchmal braucht man dafür 2-3 Streichhölzer mehr), dann zurücklehnen und gemütlich wegpaffen. Denn dafür sind die Tabake gemacht worden. Stopfen und genießen.  Auch wenn das Anfeuern einen Moment dauert ist der St. Peter keine Zicke. Vollmundig und aromatisch, aber keine Diva.

Wie schmeckt der Tabak nun? Aromatisch bewegt sich der Virginia zwischen heuigen und malzigen Noten. Der Perique liefert viel dunkle Trockenfrucht, Feige, Dattel und schwarzen Pfeffer. Manchmal hat der Tabak einige Nuancen, die mich stark eine die ketchupartige Note von McClelland erinnern. Vermutlich schlägt sich hier der echte St. James Perique nieder? Ergänzt wird das Raucherlebnis durch karamellige Noten und manchmal etwas gar florales. Und wenn man den Tabak an seinem Sweetspot pafft, dann liefert der St. Peter eine Menge Eigensüße. Insgesamt wirkt der Tabak auf mich gesetzter und ruhiger als viele seiner Zeit- und Artgenossen; nicht so hyperaktiv wie z.B. der Three Nuns Green.

Die Rauchentwicklung ist mittelstark, dabei ist der Rauch sehr weich und cremig. Zungen- und Gaumenbiss waren bei mir bisher kein Thema bei diesem Tabak, dennoch rate ich zu einem langsamen und genüsslichen wegpaffen. Zu schnell oder zu heißt geraucht, da verliert er doch an Aroma und wird etwas harsch, was sehr schade wäre. Das Aroma ist sehr individuell, intensiv und interessant. Ebenso sehe ich einiges Aging-Potential. Einige Dosen im Keller vergessen? Absolut, ja!

Was bleibt jetzt noch zu sagen? Für mich war der St. Peter ein Oberkracher, der sich sofort in den Top3 meiner Lieblings-VaPers etabliert hat. 

Kommentare

Beliebte Posts