Glencadam 8yo von C&S Dram

In den nächsten Wochen werde ich einige Drams vom Abfüller C&S besprechen. Alle diese Sample habe ich in einem Samplepaket von den Schlumberger Drambassadoren zur Review gestellt bekommen.

Ich möchte den Auftakt mit einem Dram machen, der sofort ganz vorne mit dabei ist. Denn es ist einer der stärksten Malts, die ich bisher im Glas hatte. Wir sprechen über einen acht Jahre alten Glencadam mit sagenhaften 65,6%. (Ich glaube stärker war nur der As We Get It Highland mit 66,8%)


Glencadam (deutsch: Tal der wilden Gans) ist eine Destille, von der sicher noch nicht alle gehört haben. Gelegen in den östlichen Highlands im Dorf Brechin, in der schottischen Council Area Angus. Die Destille ist relativ klein und hat nur 1,4 Mio. Liter jährlichen Output hat. Das liegt im Bereich Bruichladdich oder Glendronach. Klingt vielleicht im ersten Moment nicht klein, aber man muss sich vor Augen halten, dass die Großen (wie z.B. Glenfiddich) mal eben die zehnfache Menge raushaut. 

Wenn man sich so die Reviews für verschiedene Glencadams durchließt, dann stößt man überwiegend auf die Notes Vanille, Malz und Zitrus. Das erscheint auch ganz typisch, denn die Malts reifen überwiegend in Bourbonfässern. Was ich ja mittlerweile doch sehr gut finde. 

Auch unsere Abfüllung von C&S Dram reifte für acht Jahre in einem Bourbon Barrel (#800130), vom Februar 2011 bis Februar 2019. Die Abfüllung ist limitiert auf 254 Flaschen. 

Was haben ich bei so einem Whisky erwartet. Ich glaube mein Hauptaugenmerk lag definitiv auf den 65,6%, denn das ist schon eine Hausnummer. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie sich der Malt verhalten wird. Es kann ja sein, dass so starker Whisky doch einen Schluss Wasser braucht. Ich denke da an mein Erlebnis mit dem Knob Creek Small Batch, der ja nur 60% hatte, der pur ungenießbar war, aber so auf 45% runter dann ein Träumchen. Dann testen wir mal!

Auge: Elfengold. Hell aber strahlend. Natürlich ist das ungefärbt und ungefiltert, wenn das nicht offensichtlich sein sollte. Ich drehe da Glas und der Whisky belegt die Wände schön ölig, zieht dabei weniger, aber kräftige Legs. Das verspricht schon einiges an Textur.

Nase: Zuerst kompakt. Ziert sich etwas und braucht einen Moment. Man muss wirklich viel Liebe mit dem Malt machen, sonst wird das nichts. Gerne auch etwas Wasser dazu. Das öffnet den Whisky sehr. Dann kommen typische Vanille- und Toffeenoten. Kokos. Dahinter etwas blumiges. Der Geruch beim betreten eines Blumenladens. Blütennektar. Rosen. Dann Malz und Haferkekse.

Mund: Stark und wuchtig, dabei fast flüchtig im Mund. Mit Wasser cremiger, öliger. Auf der Zunge prickelnd, trocken mit etwas Eiche. Wärmt im Mund. Beim Atmen Noten von Jasmintee. Vanille. Ingwer. Entwickelt langsam malzige Süße am Gaumen.

Herz: Der Nachhall kommt verzögert mit viel Vanille. Malzsüße am Gaumen intensiviert sich. Prickelt lange nach, auch mit Wasserzugabe. Bleibt lange in der Nase. Mit hellen, citrischen Fruchtnoten.

Fazit: Anspruchsvoller Whisky, mit dem gespielt werden will. Man muss die Noten herauskitzeln, aber es lohnt sich. Wasser ist bei diesen 65,6% unumgänglich, was zum weiteren experimentieren einlädt. Damit wird einem nicht langweilig. Spannendes Ding.

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