Clynelish 22yo Signatory for Whic

Den heutigen Whisky habe ich als Tastingsample von Whic bekommen. Es handelt sich um einen 22yo Clynelish aus dem Refill Sherry Butt von Signatory. Ein sehr kleines Batch, da nur ein Teil des Butts abgefüllt wurde. 322 Flaschen gibt es von dem Schätzchen.

Also Clynelish, eine Brennerei an der Ostküste der nördlichen Highlands. Nicht so groß, aber dafür mit umso größerer Geschichte.

Reicht bis ins Jahr 1819 zurück. Dieses Jahr 200 Jahre (Dafür gibt es eine 20yo Distillery Only Abfüllung). Besonders schillernd kann in der Geschichte das Kapitel "Brora" erwähnt werden, als Clynelish aus Mangel an Caol Ila einen rauchigen Malt für Blended Whisky hergestellt haben. 1983 wurde das eingestellt, Brora löst aber bis heute bei vielen Maltheads starken Speichelfluss aus. Darüber hinaus zählt Clynelish zu den Classic Malts of Scotland. Einer Serie von Scotch, dass die regionalen Whiskystile repräsentieren soll. 

Der Clynelish ist der zweite Teil einer Serie, bei der Whic mit Signatory kooperiert und eine dreiteilige Serie auf den Markt bringt. Der erste Whisky aus der Serie ist ein Ballechin aus dem Bordeaux Hogshead. Besonderheit ist, dass die Label aller drei Flaschen zusammen ein Schottlandpanorama bilden. Die Label wurden übrigens vom David Frikell von Whisky & Vinyl gestaltet.

Jetzt haben wir aber genug geschwatzt, jetzt wollen wir Whisky. Also, wie ist er nun? Ich habe erst vor kurzem den Clynelish 14 für mich entdeckt und war völlig geflasht, weil der Whisky so extrem gut ist. Von daher waren meine Erwartungen hoch. Das Refill Sherry Fass könnte mir zusagen, nicht zu aufdringlich, aber präsent. Ich mag ja keine Sherrybomben. Man muss schon noch Whisky schmecken.

Auge: Polierter Ostsee-Bernstein. Ausgeprägt fein-ölig am Glas.


Nase: Zuerst Eichenbrett. Dahinter sofort Sherrynoten gefolgt von einer frischen Brise Seeluft. Warmes Carnaubawachs. Flambierte Orangenschale. Piment. Gezuckerte Datteln in Milchschokolade. 

Mund: Wunderbare Textur. Sehr cremig, aber durchaus tanninlastig und adstringend, was in einer sämig-samtigen Textur mündet. Sehr rund. Am Gaumen macht sich eine holzig-herbe Note breit. Danach setzt sich eine dezente Süße auf der Zunge durch. Aromen von holziger Eiche und Vanille. Dahinter orangener Sherry, aber dezent. Etwas schwarzer Pfeffer. Und ein Hauch Meersalz beim Schlucken.

Herz: Gewürze in der Nase. Piment, etwas Fenchel. Malzsüße am Gaumen. Lang anhaltend und würzig. Sehr gut.

Fazit: Sherrymalt nach meinem Geschmack. Sherry ist da, aber dominiert nicht zu sehr. Geniale Textur. Pure Eleganz. Kräftig genug um präsent zu sein, ohne sperrig zu wirken. Ein echter Gentleman.  

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