Cabbies Mixture

Der Perique und ich. Liebe auf den zweiten Blick? Ich muss zugeben, dass ich zum Beginn meiner Pfeifenkarriere einen Bogen um Perique gemacht habe. Ich hatte es als starkes, unheimlich intensives und gar stinkendes Kraut im Kopf. Aber wie so oft, Pfeifentabak und die Vorurteile. Dann so die ersten Gehversuche. TAK "Der Neue", Tumblin Dice und dann hat es richtig Klick beim Three Nuns Green gemacht. Diesen spritzigen, ja fast hyperaktiven Va-Per in Curlyschnitt.

Bei Virginia-Perique-Curly müssen die meisten wohl unwillkürlich an die drei Nonnen denken. Three Nuns, ein schillernder Name. Wobei die Rezeptur so oft verändert wurde, dass niemand mehr genau sagen kann, was eigentlich das Orginal ist. Nichtsdestoweniger sagen viele Experten der Zunft, dass der SG Cabbie's Mixture ein Tabak ist, der dem "alten" Three Nuns am nähsten kommt. Dieses Urteil liegt leider außerhalb meiner Kompetenz, da ich die echten Nonnen nicht kenne. 

Heute verkosten wir also den Samuel Gawith "Cabbie's Mixture". Die Cabbies, also die Kutscher des viktorianischen England, sind für diesen Tabak Namensgeber. Passend zu diesen bodenständigen Kerlen ist auch der Tabak ehrlich, solide und stark.

Was waren meine Erwartungen, als ich den Tabak gekauft habe? Ich kannte ja den Full Virginia Flake. Im Endeffekt wollte ich die Süße der FVF mit der würzig pfeffrig-fruchtigen Note des Perique verbunden haben.

Doch nach dem ersten öffnen der Dose geht erstmal nix. Der Tabak ist so klamm, dass richtig gelüftet werden muss. Mein Tipp ist die Menge Tabak, die man rauchen mag, am Morgen schon für den Abend einfach auf die Dose zu legen. Damit hängt auch zusammen, wie gut sich der Tabak entzünden lässt. Frisch kaum machbar. Nach einer kurzen Trocknung deutlich angenehmer. Generell profitiert der Tabak sehr von der Trocknung, wird etwas süßer und deutlich intensiver. Auch ein Kandidat für Lagerung oder den Ofen.

Wie raucht man die Curlys? Am Ende hat sich bei mir das Aufrubbeln durchgesetzt. Stapeln macht das Anzünden schwer. Und auch das einbauen eines Curlys als Geschmacksturbo macht keinen Sinn, da der Tabak doch recht homogen schmeckt. Also einfach die gewünschte Menge Tabak zwischen den Handflächen auf angenehme Körnung reiben. 

Welche Pfeife nehme ich für den TabaK? Am liebsten habe ich den Tabak in meinen Flakern, zum Beispiel meiner 315er Savinelli Prince, geraucht. Die 320er finde ich dafür schon wieder zu groß. Aber kann man machen, wenn man eine längere Sitzung plant.

Recht homogen ist das Stichwort der Stunde. Der Tabak wirkt wirklich "wie aus einem Guss". Ich möchte damit nicht sagen, dass er langweilig ist, im Gegenteil. Ein ausgewogenes Spiel von Virginia und Perique lässt einem am Ball bleiben. Der Virginia liefert viel Süße, was durch pfeffrige aber auch dunkelfruchtige Nuancen des Perique untermalt wird. Hinzukommen dezent graßig, ja fast heuige Noten , getragen von einer wirklich sublimen, spritzigen Zitrusnote. Wird im Rauchverlauf kräftiger und pfeffriger. 

Ein Tabak für Freunde von Virginia, die gerne mal einen besonderen Kick brauchen. Relativ stark, aber nichts, was mich ausgeknockt hätte. Man merkt, dass man Tabak raucht. Soll ja auch. Von der Stärke für mich vergleichbar mit Ye Olde Signe. Insgesamt sehr lecker, qualitativ auf höchstem Niveau, alles gut.

Nächste Woche teste ich was wirklich spannendes. Einen Bladnoch in Fassstärke von Whic! 

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