Bladnoch 12 Landscapes of Taste

Den heutigen Whisky habe ich als Tastingsample von Whic bekommen. Es handelt sich um einen 12yo Bladnoch in Fassstärke (56%) aus einem Hogshead. Die Abfüllung ist Teil der "Landscapes of Taste".

Ich glaube, dass jeder, der mal ein Tasting vorbereitet hat auf die Idee gekommen ist eine "Regionen-Rundreise" zu machen. Und jeder ist dabei bei den Lowlands auf den Gedanken gekommen was von Bladnoch zu nehmen, hat es dann aber nicht gemacht. Und jeder hat dann doch Auchentoshan genommen. Mindestens ging es mir bisher so.

Es gibt halt so einige Destillen, die muss man erstmal für sich entdecken. Nicht geschmacklich, die sind häufig über alle Zweifel erhaben, sondern einfach die Namen, weil die ohne viel Tamtam einfach guten Whisky raushauen. Diese Malts aus der "zweiten Reihe", häufig wirkliche Edelsteine.



Bladnoch hatte die letzten Jahre eine etwas turbulente Geschichte hinter sich. Verkauf, Kernsanierung, eine Menge ist in Bewegung. Kann man wunderbar in der aktuellen Ausgabe (Sommer 2019) im Highland Herold nachlesen. Warum habe ich dann bei Bladnoch, der "Queen der Lowlands", bisher nie zugeschlagen? Ich weiß es nicht. Vielleicht war das Marketing nicht in der Lage mir den nötigen Nudge zu geben, dass ich die Bladnochs tatsächlich auf meine To-Taste-Liste schreibe.

Dementsprechend schwer fiel es mir meine Erwartungen zu formulieren, als ich den Whisky probieren wollte. Am Ende war es ganz allgemein. Einen Lowlander. Also etwas eher mildes, leichtes. Keine übermäßigen Sherry-Einflüsse. Also ans Glas.

Auge: Klarer Gold-Ocker, schöne Legs, dezent ölig.

Nase: Ok, da würde ich mich auf ein Bourbonfass festlegen wollen. Vanille. Sehr viel Vanille. Dann Frucht. Hafercrumble mit einem ganzen Obstkorb voll heller Früchte. Birne, Pfirsich, Apfel, Limette. Cremiger, trüber Blütenhonig oben drauf. Milchschokolade. Ein Hauch Walnuss. Ganz ferne, dezente Anklänge von Liebstöckel. Für die 56% wenig Alkohol zu merken. 


Mund: Sehr tolle Textur. Cremig, cremig, cremig. Der Alkohol ist extrem gut eingebunden. Man merkt hier keinerlei Biss. Auf der Zunge sehr balanciert zwischen feiner Süße und einer sublimen, herben Würzigkeit. Dazu kommen Fruchtaromen von Traube und Zitrus, umrandet von Malz und Vanille. Insgesamt ein eher leichter bis mittelschwerer Whisky.

Herz: Noch mehr Vanille. Sahnetoffee und etwas Honig. Dabei sehr langanhaltend und lecker.

Fazit: Queen of the Lowlands? Zurecht! Mindestens in dieser Abfüllung. Der Whisky ist leicht. Nicht dünn oder mild. Das fehlen schwerer, dunkler Noten ist einfach bemerkbar. Kein schwerer Sherry. Kein düsterer Rauch. Ein Sunshine-Happy-Malt. Aber einfach köstlich.


Mehr Infos findet ihr HIER.

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