Pfeife mit Meerschaumeinsatz - Pro und Contra (Update 11.19)

Pfeifen mit Meerschaumeinsatz. Lohnt es sich? Oder rausgeworfenes Geld? Heute präsentiere ich euch meine Pfeife mit Meerschaumeinsatz.

Solche Pfeifen genießen einen zweifelhaften Ruf, da das Inlay der Köpfe Pressmeerschaum ist. Ja mancher sagt sogar, bevor mann für eine Pfeife aus Pressmeerschaum auch nur eine Mark ausgibt, spende man diese lieber für den Fond zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Regenwürmer in Papua Neuguinea - das sei sinnvoller! Was wohl daran liege, dass Pressmeerschauem von den Raucheigenschaften des Blockmeerschaum weit entfernt ist. 


Zur Erläuterung: Blockmeerschaum ist ein Mineral, welches abgebaut wird. Dieses Mineral ist feuerfest und grobporig. Es kann nicht durchbrennen und nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf. Leider ist Blockmeerschaum sehr teuer. Pressmeerschaum sind Meerschaumreste, die gemahlen und abgebunden werden. Dadurch verringert sich die Grobporigkeit drastisch. Das Material ist aber dementsprechend günstiger. Aus der Perspektive der Meerschaumfans ist klar: Pressmeerschaum ist schlecht. Und de facto gibt hat Pressmerschaum keinerlei Vorteil gegenüber Bruyeré

Ok, geschenkt. Ich bin ja auch ein Anhänger des Lebensmottos: Qualität vor Quantität. Nichtsdestoweniger glaube ich, dass es einige Faktoren gibt, die für eine Pfeife mit Meerschaumeinsatz sperchen können.

Ich spreche hier mal aus meiner eigenen Erfahrung. Welche Probleme hatte ich als Pfeifeneinsteiger? Meine Pfeife wurde sehr heiß, was mir meine erste Pfeife zerstört hat. Die Pfeife hat sehr viel gesottert, was nicht nur unangenehm war, sondern das Rauchen stark behindert hat. Nun wäre die Wahl einer Blockmeerschaumpfeife sicher ein Weg gewesen dies zu vermeiden. Jedoch sind diese sehr teuer. Und gerade als Anfänger ist man doch sehr skeptisch, ob man bereit ist diese Summen auszugeben. Oder man kann es sich auch nicht einfach erlauben.

In einem anderen Beitrag habe ich schonmal dafür argumentiert, dass Maiskolbenpfeifen optimale Einsteigerpfeifen sind. An dieser Meinung halte ich noch immer fest. Aber die Pfeife mit Meerschaumeinsatz ist eine ernstzunehmende Alternative. Ich habe eine günstige Angelo-Pfeife gekauft. Das ist eine Bruyere-Pfeife mit Meerschaumeinsatz, welche man für ca. 50 € bekommt, sogar bei einem lokalen Tabakgeschäft bei uns in Bottrop. 


Diese Pfeife rauche ich jetzt seit einigen Monaten. Folgende Dinge konnte ich bisher beobachten. Zum einen Raucht sich die Pfeife tatsächlich sehr trocken. Sie sottert auch bei frischen Tabaken mit ordentlicher Feuchtigkeit nicht. Obwohl der Pressmeerschaum nicht wie Blockmeerschauen aufnehmen kann, erscheint es mir so. Ob es mehr Placeboeffekt ist, als echte Tatsache? Naja, am Ende bleibt so ein Ding doch sehr subjektiv. Auf jeden Fall ist zu bemerken, dass die Pfeife mit Meerschaumeinsatz nicht eingeraucht werden muss. Die Rauchergebnisse sind sehr konstant. (Was zum Beispiel bei den Corn Cobs nicht der Fall ist, die bei den ersten paar Rauchgängen sehr nach verbranntem Mais schmecken!)

Des Weiteren habe ich das Gefühl, dass der Kopf von außen kühler ist, also die Meerschaum schicht eine gewisse Isolation für das Holz bietet. Zuletzt meine ich tatsächlich einen Unterschied beim Geschmack des Tabaks zu erkennen.

Viele Virgnias wirken in der Pfeife etwas spritziger. Tabake mit leichter Aromatisierung, wie der TAK "Der Neue" oder der Larsen 32, wirken strukturierter. Damit meine ich, dass die einzelnen Aromen des Tabaks und der Aromatisierung besser wahrzunehmen sind. Dadurch gewinnt der Rauchgang etwas an Tiefe. Häufig hatte ich aber das Gefühl, dass die Eigensüße der Tabake in meinen Bruyere-Pfeifen besser zum ausdruck kam. 

Doch nicht nur für Pfeifenneulinge ist der Meerschaumeinsatz eine Option, sondern auch für Ästheten. Denn ein Einsatz dieser Art macht es Möglich verschiedene Hölzer für die Pfeife zu verwenden, die sonst für den Pfeifenbau nicht besonders geeignet wären. Mir sind bisher Pfeifen aus Eiche (Vauen Lime) und Linde (Brebbia Mara Naturale). Auch Olive ist mir untergekommen, wobei sich Olivenholz auch ohne Einsatz als Pfeifenholz eignet. Auf meiner Recherche bin ich noch auf Pfeifen aus angeblich Mahagoni, Sandelholz und Nussholz gestoßen. Die Echtheit dieser Angebote konnte ich jedoch nicht bestätigen. Hier: Augen auf beim Pfeifenkauf.

Wer also für seine Sammlung noch Pfeifen aus besonderen Hölzern braucht, kann mit Meerschaumeinsatz fündig werden. Für Anfänger ist sicher die Tatsache interessant, dass das Einrauchen wegfällt. Eine Absorbstionsfähigkeit konnte ich subjektiv wahrnehmen, lässt sich jedoch systematisch nicht belegen. Wer also nach den spezifischen Raucheigenschaften des Meerschaums sucht, der wird hier kein Schnäppchen machen und sollte sich eine Blockmeerschaumpfeife zulegen. 

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