Mac Baren Navy Flake

Der Navy Flake. Wer hat eigentlich keine Geschichte zu diesem Tabak? Jeder. Deshalb will ich heute die eigentliche review eher kurz halten um mich dann etwas mehr in die Tiefe zu gehen.

Wir haben einen Burley basierten Flake. Mit Virginia und Cavendish. Dazu die typische Mac Baren Hausaromatisierung. Irgendwo zwischen Honig, Ahornsirup und Rum. 
Den kannst du zu jedem Whisky rauchen. Immer und überall. Totaler Allrounder. Man könnte geneigt sein zu sagen langweilg. Aber das stimmt nicht. Die ausgewogene Süße und Würze, die intensiven Aromen. Das ist schon großes Kino. 

Woran mich der Navy Flake immer erinnert, dass der Fakt, dass wir als Pfeifenraucher eine Tradition bewahren. 


Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.

Dieses Zitat wurde schon so vielen Leuten zugeschrieben, dass es keinen Sinn macht der Frage nachzugehen, von wem es nun stammt.


Der Navy Flake kam vor etwa 60 Jahren auf den Markt. Diesen Tabak haben nicht nur Väter, auch Großväter und Urgroßväter geraucht. Schon das alleine ist für mich faszinierend. Klar kann man jetzt sagen, dass die auch Brötchen gegessen haben oder was auch immer. Aber darum geht es nicht. Das Pfeife rauchen ist nicht etwas, was einem zustößt. Nichts was man halt macht. Man trifft ja bewusst die Entscheidung eine Pfeife zu rauchen. Eine Entscheidung, die schon andere Menschen vor uns genau so getroffen haben.

Ja, und? Mag sich mancher denken. Die Relevanz ist aber gerade heute für mich enorm. In einer Zeit der Überindividualität. Wo jeder im Rennen am aller meisten er selbst zu sein ist, und am Ende in einem Sumpf der Irrelevanz versinkt. Eine Pfeife zu rauchen egalisiert. Wir sind alle gleich. Ob Professor oder Malocher. Ob arm oder reich. Wir alle haben am Anfang Probleme gehabt. Die Pfeife hat gesottert, war zu heiß, etc. Wir alle haben Filterexperimente gemacht. Wir alle haben dann halt auch die gleichen Tabake probiert.

Philosophisch ist Individualität (oder Subjektivität um korrekt zu sein) ein noch größeres Problem. Woher wissen wir, dass unser Erlebnis beim paffen des Navy Flakes identisch mit dem eines anderen ist? Wir können es nicht wissen. Der qualitative Erlebnisgehalt kann sich hypothetisch radikal unterscheiden (Qualia-Problem). Und ich vielen Fällen tut er das auch sicher. Nichtsdestoweniger sind solche Phänomene wie der Navy Flake für mich ein Indiz dafür, dass wir uns alle nicht so sehr unterscheiden können. Generationen von Pfeifenrauchern sagen: Das ist ein guter Tabak, der ist lecker. Da muss es doch eine Konstante geben.

Ja, den Tabak. Auf verschiedenen Ebenen. Der Tabak an sich ist eine Konstante. Auf Rallis Blog kam letztens diese unendlich grandiose Serie über die Geschichte des Tabaks. Wie lange Menschen schon diesem unserem Hobby nachgehen, das ist extrem faszinierend.

Am Ende glaube ich, dass diese Tradition auch auf den Raucher abfärbt. Das ist vielleicht auch der Grund, warum Änderungen in Rezepturen der Tabake Pfeifenraucher besonders treffen.

Vielleicht spinne ich aber auch nur herum. Ich weiß es nicht. Aber ich werde versuchen das Feuer, weiterzugeben. Indem ich meine Meinung über Tabake, egal un Klassiker oder Neuerscheinungen, niederschreibe und mit euch teile. Vielleicht fühlt sich ja ein Pfeifenneuling durch diesen Text zu inspiriert. Und damit würde dann auch ich zum Teil des Feuers werden.

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