Glenfarclas Heritage

Wer kennt es nicht? Man kommt heim und braucht erstmal einen Drink. Der Tag war scheiße. Die Laune ist am Boden. Da braucht man was für die Seele, was den Tag verblassen lässt und den geschundenen Körper langsam betäubt. Was braucht man da? Was mit Sherry. In Fassstärke:


Einen Glenfarclas Heritage!



Der Glenfarclas Heritage ist ein Single Malt Scotch Whisky in Fasstärke mit 60%. Der Malt ist aus diversen 8jährigen Malts hergestellt. Er wird kühlgefiltert, aber hat keinen Farbstoff (das bei DIESER Farbe!).

Glenfarclas hat einiges an Abfüllungen auf dem Markt. Es ist nicht einfach da den Überblick zu behalten. Der Glenfarclas Heritage 40% ist wohl für den französischen Markt gedacht, als Einsteigerwhisky. Verkäufer haben mir schon gesagt, dass der Heritage 60% eigentlich identisch mit dem 105er aus der Literflasche sei - der 105er aus der Literflasche sei aber jünger, als der 105er aus der 70cl-Flasche. Also wäre der Heritage 60% die 70cl-Version des 105er aus der 1L-Version...

Oder einfach so: What The Fuck? Es ist wohl einfach sinnig jede Abfüllung für sich zu betrachten. Also heute Heritage mit 60%




Guter Malt, gutes Buch - da findet die Seele Ruhe.

Der Malt hat farblich einen Einschlag ins rötliche. Fast Kupfer. Oder Kastanie. Angenehme Konsistenz beim Befüllen des Glases. Sofort riecht man die intensiven Aromen.

In der Nase ist der Malt extrem kompakt, intensiv und konzentriert. Sherry ist tonangebend. Richtige Sherrybombe. Früchte. Dazu kommen würzige Noten. Zimt, Nelke, Eiche. Aber dezent. 

Häufig wird bei Malts ja Wasser hinzugegeben. Und ich habe schon Whiskys erlebt, die mit 40% einen GUTEN Schuss Wasser brauchen, damit sie zur Entfaltung kommen. Beim Heritage (wie ebenso beim 105er) nicht. Die kann man tortz, oder gerade wegen?, ihrer 60% gut ohne alles einfach pur genießen. Man merkt den Alkohol, aber er ist sehr gut eingebunden. Es brennt nur wenig. Allgemein ist der Malt im Mund eher trocken. Sherry ist weiter präsent. Frucht, Würze im Einklang. Stark und intensiv.

Der Abgang ist lang und zeigt die vorherigen Aromaeindrücke erneut. Besonders Komplex ist der Malt nicht. Aber dafür eine Wuchtbrumme. Ein Knüppel, den man nach einem harten Tag auch einfach mal braucht.




Anmerkung des Autors: Das ist eine Vintage-Review, die ich schon vor einigen Monaten geschrieben habe, deshalb weicht sie von meinem üblichen Standard ab. 

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