Auchentoshan Three Wood

Meine erste Begegnung mit Auchentoshan war vor einiger Zeit, es muss so 2015 oder 2016 gewesen sein. Ich war im Cottage Pub in Bottrop. Ich saß da nach einem Tasting mit dem Wirt am Tisch und wir hatten einen netten Plausch. Und haben uns noch durch einige Flaschen probiert. Irgendwann sagte der Wirt: "Boah, wir müssen mal den Auchentoshan probieren. Ich finde den aktuell einfach geil!" Gesagt, getan. Aber ich muss gestehen, dass mir (es war sicher der zwölfte Dram) nicht viel über den Whisky in Erinnerung blieb. Nur: War nicht übel.

Einige Zeit später war ich auf einem der berüchtigten Whiskytreffen. Ein Bekannter von mir, den ich eigentlich nur auf diesen Treffen sehe, wollte uns spät Nachts nur eine Lage am Whiskybuffet holen. Er kam mit zwei Drams zurück, die richtig heftig waren. Auf die Frage, was es war zückte er sein Handy, worauf ein verwackeltes Bild von einer Whiskyflasche mit weißem Label war: "Is'n uralter Auchentoshan. Mit 50%." Geiles Ding. War eine Ex-Bourbonfassreifung.

Kommen wir zu den Fässern. Ex-Bourbon? Das geht gut, aber Sherry und Auchentoshan, das ist ein schwieriges Thema. Der Malt ist leicht und mild. Zu viel Sherryeinfluss, das kann alles dominieren. Intensive Lagerung in PX? Funktioniert bei Glendronach. Würde bei Auchentoshan zum völligen Verlust des eh schon subtilen Brennereicharakters führen. Nichtsdestoweniger ist eine dezente Sherrylagerung durchaus dem Malt zuträglich. Schauen wir doch mal, wie die das Problem in der Destille gelöst haben.

Ich habe den Auchentoshan Three Wood. Nach dem 12 letzte Woche erwarte ich hier noch eine Schippe mehr Action. Obwohl NAS, geht der Three Wood 10 € teurer über den Tisch. Das muss man erstmal rechtfertigen.



Name: Auchentoshan Three Wood
Kategorie: Single Malt Scotch Whisky
DestillerieAuchentoshan
Region: Lowlands, Schottland
Abfüller: OA

Alter: - - -

Fasstyp: Oloroso-, PX- & Bourbonfässer
Alkoholgehalt: 43%
Farbstoff: Ja.
Filterung: Ja.
Auge: Deutlich dunkler als der 12er. Bernsteinnoten. Viskosität genau so geil, wie beim 12er.

Nase: Volle Sherryfracht. Rosienen und Datteln. Orange, Pflaume. Dunkle Schokolade. Dann wird es würziger. Zimt. Nelke.
Mund: Hätte ich süßer erwartet. Doch sehr würzig zu beginn. Der Sherry zeigt sich. Vor allem ist der Malt cremiger als der 12er. Mild und angenehm im Mund zu halten. Die Würze tritt zurück und eine feine Süße setzt sich durch. 
Herz: Sherrylastig. Lang und intensiv mit Schokolade und Ahornsirup
Fazit: Das ist ein guter, sherrylastiger Malt. Auf keinen Fall schlecht. Doch einerseits besser, andererseits schlechter als der 12er. Das Problem ist, dass hier durch das letzte Finish in PX-Fässern überfrachtet wird. Der Whisky als Sherrybombe ist austauschbar. Das findet man in fast jeder Destille und die Aromenprofile unterscheiden sich marginal.

Bitte versteht mich nicht falsch! Ich liebe PX-gereifte Malts. Und das PLV stimmt hier. Ich kann euch den Three Wood empfehlen, wenn ich eine schöne Sherrybombe wollt. Wenn ihr mehr Charakter wollt, dann schaut nächste Woche bei dem Auchentoshan American Oak rein!

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