Geschichten meiner geliebten Peter Heinrichs Limited 2011

Vor einiger Zeit hatte ich meine Vauen "präsentiert". Nicht eine technische Beschreibung, sondern ich habe einfach einige der Geschichten erzählt, die ich mit der Pfeife verbinde. Ich denke, dass sagt mehr über die Pfeife aus, als Fachchinesisch. Und weil ich darauf so viel gute Resonanz bekommen habe, erzähle ich euch heute etwas von meiner Peter Heinrichs Limited 2011.

An manchen Tagen hat man Glück. Einer dieser Tage war der Tag, an dem ich unwissend der großen Ereignisse auf die Homepage von Peter Heinrichs in Köln gegangen bin. Aus Langeweile stöberte ich in den Sonderangeboten, als ich auf diese eine Pfeife gestoßen bin. Eine Limited 2011. Was mich wunderte war der Preis. Keine 30 € für ein doch recht passabel wirkendes Rauchgerät. Da ich gerade etwas Geld über hatte, bestellte ich sie.

Als die Pfeife einige Tage später kam, war ich begeistert und schockiert gleichermaßen. Die Verabeitung. Das Gefühl sie in der Hand zu halten. Die Rustizierung. Das alles war ein haptischer Genuss. Doch die Pfeife war so klein. Bis dahin die kleinste Pfeife in meiner Sammlung.

Doch, was soll's - ich nahm sie direkt am nächsten Tag unter Feuer. Befüllt mit etwas MacBaren Mixture ging ich auf meine tägliche Runde mit unserem Hund Jane in ein nahegelegenes Grünstück, in dem ein kleiner Bach fließt. Neben dem Bach erstreckt sich eine Fläche, die mit Bäumen bewachsen ist. Alsdann ist so durch die zwaghaft wärmenden Sonnenstrahlen des erwachten Frühlings schlendere, fällt mir mitten auf dem Weg ein Rollator auf. Ein Gehwagen. In Sichtweite befindet sich ein Altenheim. Mit Pfeife schon eh ein halber Sherlock, kombiniere ich, dass der Rollator aus dem Altenheim sein muss. Aber wie kommt der hier hin?

Plötzlich höre ich Geräusche aus dem Dickicht zwischen den Bäumen. In Erwartung des schlimmsten riskiere ich einen Blick. Und entdecke eine ältere Dame, die in unvorteilhafter Pose zwischen den Ästen liegt. Die Pfeife zwischen die Zähne geklemmt und ich helfe Ihr natürlich.

Sie war wirklich aus dem nahe gelegenen Altenheim. Und inzwischen über 90. Der angenehme Frühlingstag hatte sie rausgelockt, doch dann hatte sie einen kleinen Unfall und konnte nicht mehr aufstehen. Dann sagte sie mit ihrer gebrechlichen Stimme:

"Es ist ungewöhnlich einen jungen Mann mit Pfeife zu sehen. Mein Vater hat Pfeife geraucht. Der Geruch weckt Erinnerungen bei mir. Mein Vater sagte immer, dass ein Mann mit Pfeife kein schlechter Mensch sein kann. Und vielleicht stimmt das, denn wissen Sie, Sie sind nicht der Erste, der hier vorbei gekommen ist."

So begleitete ich die Dame zum Altenheim. Dieser Moment hat mich auf jeden Fall die größe der Pfeife schätzen gelehrt. Einerseits, was ich später immer mehr wahrgenommen habe, sind kleinere Pfeifenköpfe doch in vielen Fällen dem Aroma des Rauches zuträglich. Aber viel mehr konnte ich die Pfeife problemlos auch überlängere Zeit zwischen den Zähnen halten, ohne dass sie mich dabei sonderlich störte. Meine Heinrichs ist sogar nicht mehr die Pfeife mit dem kleinsten Kopf. Ich habe jetzt zwei noch kleinere Köpfe.

Heute schätze ich die Pfeife sehr. Eine meiner liebsten Pfeifen. Letzten Sommer hatte ich sie am Strand in Sheveningen an. Auch dort, bei der Steifen Brise am Strand konnte ich problemlos meine Mixture paffen. Leider bekommt Ihr diese Pfeife nicht mehr zu kaufen. Ein tolles Gerät, was (wie ich mittlerweile festgestellt habe) sogar einen Ring aus echtem Silber hat.

Bleibt die Frage: Sind Pfeifenraucher wirklich die besseren Menschen? Ich weiß es nicht. Aber ein Pfeifenraucher sagte mal: "Pfeiferauchen trägt zu einem einigermaßen objektiven und gelassenen Urteil über menschliche Angelegenheiten bei.". Das war Albert Einstein.

Die ältere Dame war nachdem Sie zurück im Altenheim war sicher gestresst. Ich bin auch oft gestresst. Ich weiß nicht, was die Dame gemacht hat, aber ich weiß, was mir nach einem richtig miesen Tag im Büro hilft. Ein starker Scotch. Und deshalb stelle ich euch nächste Woche den Glenfarclas Heritage vor. 

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