Tastingnotes zum Talisker Port Ruighe

Talisker. 

Lassen wir das erstmal wirken. Heute sind wir auf der Insel Skye, bei der legendären Brennerei Talisker. Für viele zurecht die wohl besten Whiskys der Welt. Talisker ist der Regel eine Hausnummer, schon "ab Werk". Ich habe in meiner Whiskylaufbahn schon einige Talisker getrunken, aber heute mag ich euch meinen liebsten Talisker vorstellen: Den Port Ruighe.

Meine Geschichte mit dem TPR fängt 2015 an. Auf dem Distel-Revival-Treffen, zu später Stunde. Auf der Suche nach einem Whisky, den man nach 10 Drams, zT. in Fassstärke überhaupt noch schmeckt. Ein Maltbruder schlug mir dann den Talisker vor. Damals hatte ich noch eine gewisse Abneigung gegen Portfinishes (siehe letzter Beitrag). Und so war auch mein erstes Urteil: ne, nicht soooo.



Aber im Leben gibt es zwei Sorten von Dingen, die einem Gefallen. Wie bei Musikalben. Die einen liebt man vom ersten Moment. Und hört die innerhalb von drei Tagen tot. Und vergisst die schneller, als man sie lieben gelernt hat. Doch dieses "lieben gelernt" - denn dann gibt es noch die Musikalben, die man nicht mag, am Anfang. Aber die bleiben und mit der Zeit hört man sich rein und rein. Und dann werden es mit der Zeit die liebsten Alben von einem.

Und auch der Talisker blieb bei mir. Denn schon auf der Heimfahrt vom DRT überlegte ich: War der Talisker so schlecht, wie mein erstes Urteil war?

Zeitsprung nach 2016, September. Ich fahre zum Whiskyhort nach Oberhausen, wo ich auf Michel Reick vom Whiskydungeon treffe, der damals ein Open Tasting der ersten Abfüllungen vom Scotch Universe hat. Nach hin und her und einigen Proben entscheide ich
mich für den Pegasus I. Ein Whisky aus überwiegend Ledaig, 6 1/2 Jahre in der Port Pipe. Traum. Einfach ein Traum von Whisky. Der brach mein Eis und feuerte meine Liebe zu Peat & Port an.

Sprung nach 2017, September. Geburtstag. Ein guter Freund von mir schenkt mir eine Flasche Talisker Port Ruighe! Einige Tage später öffne ich die Flasche und bin einfach begeistert. Was ein Hammermalt!

Was haben wir denn?

Einen Single Malt mit 45,8%. Mit Farbstoff und Kühlgefiltert. Wenn es sein muss, kann ich mit leben. Der Whisky wird in ex-Bourbonfässern gelagert. Und bekommt dann ein Finish in Portfässern. Wie lange das passiert, das können wir nicht sagen, der Whisky hat kein Age Statement.

Auge: Im Glas haben wir eine schöne Bernsteinnote mit Rotstich. Der Whisky ist eher ölig im Glas. Schon stellt sich der Speichelfluss ein.

Nase: Ich rieche am Glas. Sofort bin ich am Meer. Das ist aber nur der erste Schlag, dahinter macht sich ein rotes Aroma breit. Gummibärchen. Pflaumen. Später etwas Brot. Schöne süße kann man erahnen, und dazu der typische Taliskerrauch.

Mund: Auf der Zunge ist der Whisky süß und dick. Pfeffer ist da. Etwas frische, in die Richtung Minze. Dann wird der Rauch stärker, man erkennt den Talisker klar und deutlich.

Herz: Besonders klar ist der Talisker in den Herznoten mit Rauch, Frucht, Schokolade und dem typischen Chillicatch.

Hammer Whisky. Richtig gut. Guter Preis. Intensiver, als man zuerst meint. Oft wird von metallischer Jugendlichkeit gesprochen. Wird aber vom Portfinish gut kaschiert. Einer meiner Libelingswhiskys.

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