Tastingnotes zum Glendronach Peated Portwood


Ich liebe Peat & Port. Ich liebe Glendronach. Könnt Ihr euch vorstellen, wie aufgedreht ich war, als ich vom Glendronach Peated Portwood erfahren habe? So vom Namen her Creme de la Creme, ohne Spaß.

Zuerst aber einige Jahre zurück. Regelmäßige Leser werden die Geschichte vielleicht kennen. Stellt euch einen verschneiten Berg vor. Epische Musik.

Es ist 2014. Ein Whiskyjüngling erforscht die Welt der Single Malts. (Das bin ich.) Und lernt dabei den Großmeister J.S. von der damaligen Distel kennen. In seiner jugendlichen Unbefangenheit fragt der Jüngling den Meister nach den besten Malts. Und der Meister antwortet: Glendronach. So ungefähr hat es sich zugetragen.


Auf jeden Fall habe ich mir damals eine Rutsche Glendronach Sample gekauft. Darunter der GD 15 Port. Der mir gar nicht gefallen hat. Damals. Heute sehe ich das anders. Den Glendronach Peated habe ich nach katastrophalen Reviews erst gar nicht probiert.


Deshalb bin ich vor dem ersten Tasting krass hin und her gerissen. Glendronach. Peat. Port. Waaa....


Bleibt wohl nichts anderes als den Malt ins Glas zu füllen.


Optik: Bei einem Portfinish erwarte ich einen deutlichen Einschlag ins Rote. Hat der Glendronach nicht. Bei bestem Willen dezent Kupfer. Eher altes Gold. ABER: Ohne Farbstoff. Das ist cool. Auch keine Kaltfiltration. Die Viskosität eher normal, dezente Öligkeit. Ich habe das Gefühl, dass Glendronach mit dem Alter immer öliger wird. Deshalb schätze ich, dass dieser Malt eher jung sein wird. Ausbau erfolgt in ex-Bourbon- und Portfässern.


Nase: Port kommt durch. Erdbeeren. Eine markante Rauchnote, die ins zimtige geht. Röstaromen. Nach einer Zeit Vanille-Toffee. Dazu eine minzige Frische, die ich in vielen neueren peated Malts finde.


Mund: Träumchen. Doch cremiger als von der Viskosität erwartet. Alkohol ist geschmeidig. Süßer Rauch, Kohlen, Asche. Frucht. Auf jeden Fall BBQ-Fest. Ich sitze im Garten und gönne mir schöne Ribs vom Smoker. Aber nicht zu krass gesmoked. Easy going. 


Herz: Mittellanger Nachhall, leicht pfeffrig, Zimt, Rauch, rote Frucht. Lungert noch etwas am Gaumen, könnte aber gerne länger sein.


Puh. Schwierig. Der Malt ist nicht schlecht. Aber, Glendronach, Ich erwarte mehr. Mehr Intensität. Mehr Körper. Mehr Öligkeit. Wenn kein Glendronach drauf stehen würde, dann hätte ich gesagt: guter Stoff. Vielleicht liegt mir hier meine Erwartungshaltung im Weg? Das ist möglich.


Nach einigen weiteren Drams hat sich die Erwartungshaltung gelegt. Doch, gutes Ding. Habe ich dann doch ganz bewusst zu gegriffen, weil ich Bock drauf hatte.

Nächste Woche stelle ich den Talisker Port Ruighe vor.




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