Tastingnotes zu Eifel Whisky Sherry-Lagerungen

Wir verkosten weiter Malts aus der Eifel. Wenn Ihr erst erst bei diesem Beitrag eingestiegen seit, HIER findet ihr die Verkostungen der Peated Malts und Rye Whiskys aus der Eifel. Wenn Ihr mehr wissen wollt, besucht doch die Homepage von Eifel Whisky, die Ihr HIER findet. 

Zu den Malts. Heute sind vier Abfüllungen dran, die alle mindestens ein Teil in Olorosso-Sherry-Fässern lagern durften. Sherry ist ja ein übliches Finish bei Whisky. Der Sherry ist ein aufgespriteter Weißweiß aus Spanien. Die Besonderheit des Olorosso-Sherry ist, dass er weniger süß ist aber eine unheimliche Öligkeit besitzt, was dem Whisky eine schöne Textur im Mund verleiht. Bei den Aromen spielt hier die Nussigkeit die erste Geige. Mal sehen, was wir davon in den Malts finden!

1. Malty Blend


Wir haben einen vier Jahre alten Malt mit 50%. Alle Eifelwhisky sind nicht kühlgefiltert und haben natürliche Farbe. Wir haben Refill amerikanische Weißeiche und ein Jahr Olorosso-Finish.

Im Glas ist der Whisky schön ölig. Die Farbe erinnert mich an dunkles Walnussholz.

Nase: Schöne Vanillenoten. Dazu Sherry, Nuss. Dahinter Rosinen, Feigen. Und die volle Ladung Malz.

Mund: wärmend, samtig. Schöne Süße. Malznoten. Vanillepudding. Dazu etwas Herbes, ich würde sagen Noten von Leder.

Herz: Mittel mit Noten von Sherry, Vanille und Getreide.


2. Single Malt


Dieser Whisky ist vier Jahre, 50%. Aus dem Olorosso-Fass. Hierbei handelt es sich um eine Einzelfassabfüllung.

Man merkt, dass die amerikanische WeißEiche fehlt. Der Whisky ist einen Hauch heller. Ich würde sagen Waldhonig. Dafür etwas öliger als der Malty Blend.

Nase: Sherry, Nuss, dunkle Schokolade. Zimt. 

Mund: Würzig-süß. Sehr cremig auf der Zunge. Schokorosienen.

Herz: Mittellang mit Sherry, Sahne, leichte Holznoten und Getreide. 



3. Cask 99
Auch 4yo, aber in Fassstärke mit 55,9% abgefüllt. Auch eine Einzelfassabfüllung aus einem 300l Olorosso-Fass.

Die Farbe ist dunkler als der Malty Blend, aber auch dieser Walnussholzton. Und deutlich öliger als beide Malts.

Nase: Komplex. Sherry, Umami-Würze (Maggi?), Orange, Apfel, intensive Röstaromen (Kaffee) ein Hauch Kräuter und Leder.

Mund: Kräftiger Antritt. Voluminöser Körper. Dabei cremig-samtig mit schöner Süße.

Herz: langer Anklang von Sherry und Orange.



Jetzt ergänzen wir noch eine Abfüllung, die es in dieser Art nicht mehr gibt. Hohes Venn Quartett. Dieser Whisky wurde in einem Moscatelfass gelagert. Moscatel ist eine sehr süße Sherryart, die aus der Muskateller-Traube gekeltert wird. Man kann Moscatel im Kontext der PX sehen, doch mit der feinen Muskatnote der Trauben. Die neue Abfüllung des Hohen Venn ist ein Rum-Finish, dazu kann man den Cigar Reserve vergleichen.

4. Hohes Venn Quartett


Dieser Whisky reifte fünf Jahre. Davon drei Jahre im Bordeauxfass und zwei Jahre im Moscatel-Fass. Das schlägt sich in der Farbe nieder. Schönes Rotgold. Aber nicht so ölig, wie seine Kollegen.

Nase: Rote Frucht. Leichte Schwefelnote im Hintergrund. Davor dunkle Schokolade. Kräuter. Dann sticht eine deutliche Popcornnote hervor. Nach einiger Zeit Würze. Muskat gepaart mit floralen Noten.


Mund: Leicht cremig. Fruchtige Nuancen von Orange mit schon fast klebriger Süße. Später Röstaromen und Schokolade.

Herz: lange, süße Noten von dunkler Schokolade und Espresso. 


Fazit: Eifelwhisky überzeugt mich voll und ganz. Die Brennerei habe ich mit elf sehr guten Abfüllungen kennengelernt. Alle haben mir geschmeckt. Diese Whisky brauchen sich nicht vor ihren schottischen Kollegen zu verstecken. Nein, ich gehe soweit, dass mir Eifel Whisky lieber ist, als zum Beispiel ein junger Glenlivet oder Bunnahabhain. In Ihrer sherrylastigen Art kommen sie dann aber nicht an meine absoluten Lieblinge von Glendronach ran. Muss aber auch gar nicht. Hier wird ein tolles Produkt hergestellt, sehr kreative Fasskombinationen. Toller Whisky. Empfehlung von mir.

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