Tastingnotes für zwei Whiskys von Aureum

Es gibt so geile Momente im Leben. Ich habe verschiedene Proben für dieses Blogprojekt angefragt. Und Ziegler, die Aureum machen, schrieb mir eine Mail: Ja, bekommen Sie.

Einige Zeit später, gelber Zettel im Briefkasten. Ich zu meiner Frau: hol mal das Päckchen, sind nur paar Proben, kannst du beim Einkaufen mitnehmen. Frau fährt einkaufen. Frau kommt zurück und hat einen ganzen Umzugskarton dabei!?

Ok, ich öffne oben den Karton auf dem an der Seite "Ziegler - die Essenz der Frucht" steht, denke mir noch dabei: für paar Proben ist das schon arg! Und was kommt? Drei. Drei Flaschen Whisky. 70cl. Meine Frau: Die hast du doch gekauft!

Zum Glück war eine Rechnung dabei, wo drauf stand, dass es "Sample" sind!

An dieser Stelle ein dickes Danke an Brennerei Ziegler, für dieses krass großzügige Paket.

Heute verkoste ich aber nur 2 der Malts, die gekommen sind. Den dritten habe ich mir für eine besondere Aktion aufgespart. Aber dazu in einigen Monaten mehr. Heute zum Whisky:



1. Aureum Cask Strenght 2008

Ich bin ja ein Fassstärken-Fan. Wie ist wohl der CS von Aureum? Die Beschreibung sagt:


Der „newmake“ (frisch gebrannter Whisky) wurde auf ca. 63 % vol alc. reduziert und dann je zur Hälfte für genau 1 Jahr in neue Kastanienfässer und neue Allier-Eichenfässer gefüllt. Nach diesem Jahr wurde der Whisky in gebrauchte Ex-Bourbonfässer umgelagert und zum Schluss in Sherryfässern gefinisht. Diese Reifung von 5 Jahren hat den Whisky nicht nur auf seine Stärke von 53,9 % vol alc. gebracht, sondern vielfältige Aromen hervorgerufen.
Aufgrund dieses Alkoholgehaltes musste der Whisky nun auch nicht mehr kalt gefiltert werden.



Klingt gut, oder? Mal sehen, wie er sich macht:

Im Glas eine schöne kupfergoldene Note. Viskosität eher normal.

Nase: Nussige Noten dominieren den Auftakt. Der Whisky braucht unbedingt etwas Wasser um die Aromen zu entfalten. Dann kommen fruchtige Sherrynoten dazu. Gepaart mit Toffee. Nach einiger Zeit florale Noten mit einem Hang ins Honigartige. Bei einer Zweitverkostung deutlicher Bourbon-Einfluss als Auftakt. Vanillenoten mit etwas Kokos. Ähnlich dem Ayrer's Red.

Mund: Zuerst Trocken und würzig. Dann süßer werdend. Der Alkohol ist pur sehr markant. Mit Wasser runder. Hier dominieren Noten von Früchten und Sherry.

Herz: Mittellanger Abgang mit schöner Wärme. Noten von Honig und Blumen bleiben mit einer schönen Süße am Gaumen noch etwas da. Etwas bitter.

Fazit: Kann was. Könnte ich mir gut nach einem schönen Essen vorstellen. Mit einer kräftigen Mischung in der Pfeife. Dunhill Ye Olde Signe. ja, das wäre was.

Probieren wir jetzt eine besondere Abfüllung!



2. Aureum Grave Digger The Bruce

Jetzt haben wir eine Spezialabfüllung, die vom Gitaristen der Heavy Metal Band "Grave Digger" (A. Ritt) zusammen mit Ziegler kreiert wurde. Spannendes Ding. In der Beschreibung steht:


Krasseste Umverpackung ever
Es handelt sich hierbei um einen 6jährigen Single Malt Whisky, der im ersten Jahr sowohl in neuen Allier-Eichenfässern als auch in neuen Kastanienfässern reifte. Danach wurde dieser Whisky für 5 Jahre in ex-Bourbonfässer gelegt. Hinzu kommt noch der Single Malt, der seit 6 Jahren in Sherryfässern von Gonzáles Byass reifte und ein kleiner Anteil von unserem getorften Whisky aus ex-Bourbon Fässern. 

Wow. Das ist komplex. Schlägt sich das im Aroma nieder? Mal sehen.

Der Malt kommt mit milden 43% und soll laut Beschreibung gut zur Zigarre passen. Gefällt mir. Ab ins Glas:

Farbe ist zwischen Bernstein und Kupfergold. Eher Bernstein. Dabei nicht sehr ölig, eher neutral.


Liegt gut in der Hand
Nase: Wow. Kenne ich nicht. Ich bin zuerst sehr ratlos, bis ich drauf komme: Der Anfangsakkord ist erdig-nussig, samtig; erinnert an Maronen. Sehr markant mit einem Hauch Torf. Dazu etwas Vanille. Mit der Zeit tauchen immer mehr Noten auf. Orange, Traube. Eine dezente Floralität. Honig. Sherry. Spannend und interessant. Kantig.

Mund: Der Alkohol ist hier mal echt rund und mild. Nette Abwechslung. Kastanie. Etwas Rauch. Frucht. Dezente Süße und Malznoten. Etwas Eiche. Eine hauchdunne mineralische Note.

Herz: Das ist das Highlight. Super interessant. Sehr langer Abgang. Vanille mit einer feinen Würzigkeit. Fruchtig-warm. Dazu vom Rauch geküsstes Karamell.

Fazit: Dieser Malt ist kein süffiger Alltagsdram. Der hat Charakter. Und das gefällt mir sehr. Im Kontrast zum CS. Zwei unterschiedliche Malts auf Weltniveau.

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