Tabakreview HU Nyala

Heute ein moderner Klassiker: aus dem Hause HU ein Tabak der Serie "Fundation by Musico" - der Nyala. Nyala, das ist eine Antilopenart. Die Foundation by Musico-Tabake haben afrikanisch inspirierte Namen, weil überiwegend afrikanische Tabake zum Einsatz kommen. Beim Nyala aber nicht ausschließlich. Ein besonderer Tabak, lasst mich erklären wieso.

Die meisten Tabake, die wir kennen basieren ja auf drei Grundtabaken. Virginia, Burley, Black Cavendish. Ergänzend dazu, die Tabake aus der zweiten Reihe: Latakia, Kentucky, Perique. Seltener kommen noch andere Tabake zum Einsatz. Wahrscheinlich wird es dem 0815-Pfeifenraucher sogar schwer fallen noch mehr Tabake zu nennen, die verarbeitet werden. 


Jetzt kommt der Nyala und haut erstmal folgendes raus: Roter Virginia, weißer Burley, Perqiue, Havanna und Brasil! Ziagrrentabake! Das ist etwas, das sieht man nicht jedem Tag. Klar, es gibt eine Reihe von Mischungen mit "Cigar Leaf", nicht, dass hier das Rad neu erfunden wurde. Es wurde sich einfach nicht der gängisten Spielart bedient. 


Nyala in illustrer Gesellschaft.

Nicht, dass das schon genug wäre. Jetzt nehmen wir diesen einzigartigen Tabak und verpassen ihm ein dezentes Schokoladen Topping. Warum dezent? Weil der Tabak an sich schon massiv schokoladig ist. Und wir haben einfach einen sau geilen Tabak.

Ich erinnere mich, als ich die Dose vom Nyala das erste mal geöffnet habe und wir die volle Ladung Milchsckoloade entgegen kam. Sorgen waren schon da, dass ich jetzt an einen Hocharomaten gekommen bin. Aber völlig unbegründet. Tabakeigene Aromen sind hier auf jeden Fall vordergründig. Soweit, dass ich unsicher wurde. Nach den ersten Rauchgängen habe ich sogar Hand Wiedemann - dem Mastermind hinter den HU Tabaken - auf Facebook angeschrieben, weil ich sicherheit haben wollte, ob überhaupt aromatisiert ist. Er hat mir bestätigt, dass Schokolade mit im Spiel ist. Was aber kein Manko ist.

Ohne weitere Umschweife zum Tabak. Das Tabakbild ist wild. Verschiedene Schnittbreiten. Ready rubbed Anteile. Cubes. Alles da. Farblich ist der Tabak relativ homogen, Nuancen von Rotbraun bis Dunkelbraun ergeben ein subtil kontrastreiches Bild.


Schon frisch aus der Dose ist der Tabak rauchbereit. Ich habe ihn nun während ich das schreibe seit 3 Monaten im Einmachglas. Und er hat kein Stück seines Charakters verloren, nein, eher noch gewonnen. Ein Kandidat für Langzeitlagerung?

Erstmal will er aber geraucht werden: der wilde Mix an Schnitten braucht etwas Achtsamkeit beim Stopfen. Sonst schaut schonmal ein Stückchen heraus und will nachgeglättet werden. Aber auch das ist kein Problem. Beim Feuern etwas glätten, dann bekommt man zügig eine gleichmäßig glimmende Fläche im Kopf hin.

Aromentechnisch fangen wir mit einer holzig-malzigen Note an. Etwas nussig. Die Havanna und Brasiltabake halten sich im Hintergrund, nur um ab und an nach vorne zu drängen und ein kurzes "Hallo, hier bin ich!" dazulassen. Im Rauchverlauf kommen dazu Röstaromen. Ich würde sagen: geröstetes Brot, dunkler Toast - eine Note, die ich auch schon öfters beim Rauchen cubanisher Zigarren hatte, aber auch bei puren Virginias.

Nach und nach entwickelt sich das Schokoladenaroma - meistens empfinde ich es zur Mitte der Pfeife am stärksten. Manchmal, wenn die nussigen, brotigen und schokoladigen Aromen in Harmonie sind, muss ich an Nutellatoast denken.

Zum Ende wird der Tabak kräftiger, ohne dabei unangenehm zu werden. Ein sanfter Smoke. Immer sehr kühler, samtiger Qualm. Kein Biss. Auch wenn man mal etwas aggressiver an der Pfeife ist. Das Nikotin-Level ist mittel. Man merkt es, aber nicht zu stark.

Ein guter Begleiter zu verschiedenen Whiskys. Ich würde keine Schokobombe nehmen. Aber fruchtige malt gehen hierzu sehr gut. Ebenso Bourbonfassreifungen mit ihrer intensiven Vanillenote. Letztere würde ich bevorzugen.

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