Tastingnotes für Glen Els Blackrunner

Heute haben wir einen Glen Els aus der Hammerschmiede in Zorge im wunderschönen Harz.Glen Els kann man wird öfters als die Speerspitze des deutschen Whiskys bezeichnet. Hier sind sich die meisten Fachleute einig, dass gute Whisky gemacht werden.

Ich habe meinen ersten Glen Els 2015 in Oberhausen auf einem der legendären Whiskytreffen probieren dürfen. Ehrlich: lange war es meine Meinung, dass Glen Els irgendwo in den Lowlands oder so liegt. War ziemlich überrascht, als ich erfahren habe, dass es sich dabei um einen deutschen Whisky handelt.

Glen Els hat eine wundervolle Range an süffigen, sherrylastigen Malts. Der Einsteiger ist bestimmt der "The Journey". Mit einer einzigartigen Fasskombination haben wir hier einen süß-würzigen Whisky mit Aromen von Vanille, Karamell, Trockenfrüchten und Gebäck. Und es gibt unzählige Abfüllungen die einfach mega sind. Manche sind dezent über Buchenrauch geräuchert - ein Traum.

In die Tiefe geht es heute mit einem besonderen Malt. Damit will ich zeigen, dass Glen Els nicht nur überladene Sherrybomben kann, sondern auch charaktervolle Malts. Dafür habe ich eine Probe des Glen Els Blackrunner erworben. Diese Abfüllung ist speziell für den Whiskyhort in Oberhausen gemacht worden, der sehr eng mit Glen Els zusammenarbeitet und eine eigene "Kollektion" an besonderen Abfüllungen am Start hat: Die Black Label Range.

Der Blackrunner ist die aktuelle Abfüllung der Black Label Range. Ich fülle den ziemlich öligen Malt ins Glas. Die Farbe ist beeindruckend. Dunkelbraun, dezenter Rotstich. Erinnert mich an edles Mahagoniholz.

Im Glas tut sich erstmal gar nichts. So kompakt und dicht ist er, dass der Whisky Zeit braucht um sich zu entfalten. Langsam ist hier das Stichwort. Erst nach einigen Minuten fängt es an. Dunkle Schokolade. Röstaromen. Kaffee. Trockenfrüchte. Eine nussige Note, tänzelnd zwischen Erdnüssen und Vollkornpasta. Dazu Traube, etwas Holz. Und je mehr Zeit man sich nimmt, desto tiefer kann man rein in den Whisky. Komplex. Nicht einfach. Nichts für Anfänger.


Im Mund zuerst überraschend würzig. Dann süßer werdend. Die Textur des Malts ist unheimlich cremig.Der Alkohol ist druckvoll und mit 56,1% schon sehr merklich. Mit Wasser wird der Malt noch cremiger, der Alkohol milder. Mit der Zeit kristallisiert sich eine sehr markante Note heraus, die über allem Schwebt. Erdnüsse? Makadamia? Sehr individuell.

Der Highlight sind hier die Herznoten. Lange hallt der Malt nach. Mit brillianten Noten von Sherry, Nuss und Schokolade. Die beim Atmen immer wieder kommen.

Ich war vor einiger Zeit auf einem Glenmorangie-Tasting, wo ich den Tusail probieren durfte. Vor Ort wurde dieser eher negativ bewertet. Aber es war der, der MIR am Ende am klarsten in Erinnerung blieb. Und der Blackrunner erinnert mich in seiner charaktervollen Note genau an diesen Tusail.

Zu erwerben gab es den Malt orginal zu 120 €. Eine Ansage. Aber es ist halt eine super limitierte Abfüllung (nur 72 Flaschen!). Preise, wenn ihr noch eine Flasche findet, werden sicher sehr krass sein. "Normale" Abfüllungen bekommt ihr für 50€ - die lohnen sich.

Glen Els? Wird auf jeden Fall seinem Ruf gerecht.

Nächste Woche sind wir in Nürnberg, bei der Ayrer's Destillery und probieren den Ayrer's Red 43!

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