Tastingnotes für Ayrer's Red

Heute geht's um die Wurst! Ist das der typische deutsche Whisky? Der Ayrer's Red. Doch zuerst mal paar Eckdaten. Der Ayrer's Red wird von der Altstadthof Brauerei in Nürnberg hergestellt. Auf dem Label steht "Ayrer's Destillery". 


Der Malt kommt mit 43,2% daher. Es wird Spezialmalz verwendet, was auch zur Herrstellungvon Nürnberger RotBier verwendet wird. So hat der Malt auch eine angenehm rötliche Farbe, die auch absolut natürlich ist. Der Whisky enthält keinen Farbstoff und wird nicht kaltgefiltert.

Was die Reifung angeht, da muss ich ganz ehrlich sagen: Mutig. Virgin American Oak. Also ein vorher unbefülltes Fass auch amerikanischer Weißeiche. Nunja: ein firstfill ex-Bourbonfass gibt neben den Fassaromen (bei amerikanischer Weißeiche: Vanillin!) noch die Aromen des Bourbon mit. Bourbon wird mit viel Mais, Roggen und Gerste hergestellt - was vielen Bourbons eine angenehme Süße verleiht. Die über das Fass in die Malts kommt. Virgin Oak - das ist einfach das Holz. Ausgebrennt. Halt "jungfräulich".

Und ich kann euch schon jetzt verraten: Der Mut hat sich gelohnt! Naja, mindestens wenn man einige Dinge beachtet. Füllen wir das Tröpfchen mal ins Glas.

Viskosität eher normal. Evtl. etwas Richtung ölig. Farbe: Rotgold.

In der Nase wird's erstmal schwierig. Die erste Note ist etwas Richtung Kaugummi, Jasmin? Die ersten Sekunden ein echter Knüppel - aber die gute Nachricht: an der Luft wird der Malt schnell angenehmer. Und mit etwas Wasser schon richtig gut. Aber weiter in der Nase: Haferkekse mit Vanille, etwas Toffifee. Floral, Citrus. Viel Frucht.

Oxidation tut dem Whisky richtig gut. In späteren Verkostungen ist der Fasseinfluss die tragende Note. Die Frucht ordnet sich dahinter ein und ist nicht so bissig wie am Anfang. So wir daraus ein Aromenspektrum, wie ich es auch bei den Abfüllungen von zB. Aureum kenne. Gut. Lecker.

Auf der Zunge hat der Malt ordentlich Antritt. Die 43,2% sind jung und wild. Mächtige Vanille gesellt sich dazu. Da hat das Fass schon gut gearbeitet. Ordentlich Körper an dem Burschen. Leider auch leicht bitter, aber mit einer dezenten Süße. Die Süße wird mit etwas Wasser intensiver. Malz mit seiner eigenartigen Fruchtigkeit wie Malzbier.

Der Abgang ist kurz mit Pfannkuchen an Karamellcreme und Getreidenoten.


Als Fazit bleibt, dass das hier ein typisch deutscher Whisky ist. Kein Scotch. Kein Bourbon. Etwas eigenes. Sollte man mal probiert haben, aber wenn man es tut, dann bitte etwas Wasser dabei stellen. Klar, Potential nach oben ist da. Aber rundherum ein mutiger Malt, ein guter Malt, der viele Freunde haben wird. Sicher nicht für jeden, muss er aber auch gar nicht. Für etwas Gegenwind hat er genug Charakter. 

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