UNPASSENDE Whisky- und Tabakkombinationen

In meinem Blog geht es um gelungene Kombinationen aus leckerem Whisky und einer gemütlichen Pfeife. Dabei präsentiere ich Euch meistens Kombinationen, wo ich denke: Jau, das ist lecker.

Es gibt eine große Bandbreite an Whiskys und Tabaken. Vielleicht bekommt man das Gefühl beim lesen, dass irgendwie immer irgendwas passt. Und vielleicht ist das auch richtig. Im Endeffekt kann man über Geschmack auch nicht streiten.



Aber wo bleibt die Kritik? Alles ein gute Laune, alles super Blog? Ich versuche auf jeden Fall immer die Sachen zu zeigen, die gehen. Nichtsdestoweniger glaube ich, dass es bestimmte Dinge gibt, die nicht gehen. Aber zuerst ein anderer Gedanke:


Whisky und Pfeife, da denkt man an gediegene Ledersessel. Gemütliche Kaminfeuer. Den puren Genuss. Es passt im Kopf sehr gut zusammen. ABER: Der Genuss von Whisky und einer Pfeife ist kein Selbstläufer. Viele Whiskyexperten meinen sogar, dass es ein absoluter Frevel ist. Warum? Der Rauch bedeckt Geschmacksknospen und mindert in der Nase die Aromenwahrnehmung. Das bedeutet, dass man im Endeffekt WENIGER wahrnimmt.




Ebenso wird durch den Alkohol die Geschmakswahrnehmung getrübt. Man kann die Süße eines Virginias nicht in voller Entfaltung wahrnehmen.

Daraus ergeben sich für mich zwei logische Konsequenzen:

Einerseits gilt für Whiskys, dass filigrane, leichte Malts rausfallen. Der Tabak würde zu viel vom Aroma des Whiskys überdecken. Auch sehr komplexe, alte Malts fallen raus. Da ist es zu schade um die feinen Nuancen.

Das Paradebeispiel wäre hier der Glenfarclas 21
. Ein schöner, intensiver Highlander. Mit Sherry, etwas Zitrus. Der viel Zeit im Glas braucht um sich zu entfalten. Aber dann zarte, filigrane, ja gar kunstfertige Züge zeigt. Ein Malt in den man eintauchen kann, sich verlieren. Ein Universum für sich. Der durch eine Pfeife dabei auch NICHTS gewinnen kann.


Im Vergleich zum Glendronach 21 ist der Glenfarclas gar ein leichtgewicht. Denzt, verspielt. Die "Rauchigkeit" ist auch eher Schein als Sein. Wenn ich dazu eine Pfeife rauche, dann wird der Glenfarclas 21 eindimensional. Und er hat da eh schon zu kämpfen. Nicht dass der Whiky schlecht wäre, im Gegenteil, es ist einer der besten, die ich bisher im Glas hatte.

Aber per se alte Malts als schlechte Begleiter zu halten? Nein. Der Glendronach 21 zum Beispiel! Eine Sherry-Bombe. So intensiv und kompakt. Der kann einiges ab.

Andererseits beim Tabak. Ich möchte direkt eine Kategorie ausschließen: Hocharomaten. Nicht weil ich Hocharomaten nicht mag, sondern weil das intensive Casing eines Tabaks keinen Raum lässt. Es erschlägt alle Aromen und dominiert. Ich denke da an so Tabake wie den BiBo, aber auch nicht so krasse Vertrer, wie zum Beispiel der Brown and Yellow (den ich auch sehr gerne mag). Die können einfach andere Begleiter, wie zum Beispiel einen Kaffee, besser vertragen. Auch würde ich Tabake nicht zum Whisky rauchen, deren Aromatisierung nicht im Kontext des Whisky steht. Also Aromatisierungen, die zu Whisky einfach nicht passen. Beerige Fruchttabake fallen für mich zum Beispiel in diese Kategorie. Oder auch Tabake, die selbst mit Whisky aromatisiert sind. Das ist eine Dopplung der Aromenprofile und steht nur im Weg. Auch Tabake wie den MacBaren Plumcake, der an sich ein absoluter Spitzentabak ist, würde ich wegen dem Rumanteil ungern mit Whisky kombinieren. Das wirkt unrund.




Bei naturnahem Tabak gehen die meisten Kombinationen. Der Tabak sollte der Stärke nach dem Whisky angepasst sein. Einen TAK Dark Twist würde ich nicht zu einem leicht-floralen Speysider kredenzen. Das erschlägt. 

Auch würde ich einen sehr süßen Tabak nicht mit einem süßen Whisky kombinieren. Zu süßen Malts lieber einen etwas würzigeren Tabak. Zu würzigeren/ trockenen Malts einen süßen Tabak. Das funktioniert gut, weil der Kontrast die Eigenart der Komponenten untermalt. Kontrastbetonung ist hier das Stichwort.

Aber es gibt sehr viele Ausnahmen. Am Ende bleibt wohl nur zu sagen: erlaubt ist, was schmeckt. Und das kann ja bei jedem etwas anderes sein. Soll es auch.


Was diese Kombinationen angeht, so probiere ich mehr, als in diesem Blog steht. Ich picke die Kombinationen heraus, die mir gut gefallen. Deshalb fallen die Urteile immer gut aus. Whiskys oder Tabake, die mir nicht schmecken oder die ich nicht kombinieren kann, die verblogge ich erst gar nicht.  Ich hoffe mir so sowohl einen positiven Grundton des Blogs, wie auch persönliche Neutralität bewahren zu können - ob das klappt? Ich glaube fest daran.




Bleibt zu hoffen, dass dieser Blog euch hilft eine gute Kombination aus Whisky und Pfeife zu finden. Nächste Woche stelle ich einen klassischen "Einstiegswhisky" vor. Den Glenfiddich 12. Für alle, die in die Welt der Schmauchens beim Whiskytrinken einsteigen wollen. 

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