Anfängerpost 1: Warum ihr Glenfiddich 12 kaufen solltet

Heute geht es mal um die Anfänger unter uns. Um die Leute, die noch nicht so viel Ahnung von Whisky haben. Später auch um die, die nicht so viel Ahnung von der Pfeife haben. Deshalb stelle ich euch heute den absoluten Standard Glenfiddich 12 Jahre vor. Ein Whisky der meiner Meinung nach zu Unrecht häufig verkannt wird. Aber auch ein Whisky, den man überall bekommt und der sich hervorragend Einstieg in die Whiskywelt eignet, aber auch sehr gut für erfahrene Genießer ist.




Eigentlich alle Whiskygenießer haben ihre Geschichte mit dem Glenfiddich 12. Meistens hat die Geschichte damit zu tun, dass man jung ist. Und ein Geschenk bekommt. Einen Single Malt Scotch Whisky aus dem Supermarkt. Normalerweise endet die Geschichte dann darin, dass man feststellt, dass Bourbon in der Cola besser schmeckt. Oder sternhagelvoll irgendwo über den Sinn des Lebens philosophiert, aber am nächsten morgen so verkatert ist, dass man nie wieder was von Glen, Ben oder Hassenichgesehen was wissen will.

Ähnlich war es bei mir. Glenfiddich war - das muss ich zugeben - nicht mein erster Whisky, aber mein erster Single Malt. Den ich von meinem Vater vor über 10 Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Damals (es muss 2006 gewesen sein) habe ich angefangen zu malen. Malerei. Mit Farbe auf Leinwand. Es war äußerst inspirierend bei einem Whisky (Fiddich 12 im Tumbler!) bei klassischer Musik kreativ zu sein. Leider gingen meine Malerei-Fertigkeiten nicht über eine sehr abstrakt-expressive Ebene hinaus. Oder anders gesagt: ich habe ziemlich viel gematscht, wenig Sinnvolles. Aber das erste Bild, also quasi mein Glenfiddich induzierter Erguss, hängt noch immer irgendwo bei meinem Vater in der Wohnung. Mit dem Pfeife rauchen fing ich erst viel später an. Sehr viel später.

Interessanterweise gibt es in unserem Leben einige Konstanten. Dinge die sich nie ändern. Eine dieser Konstanten ist wohl "Glenfiddich zum Geburtstag bekommen". So habe ich 2016 eine Flache Fiddich 15 Solera bekommen (verdammt gutes Zeug). Und 2017 einen Glenfiddich 12. Und es ist genau DER, der hier auf den Fotos ist.

TriviaGlenfiddich bedeutet "Tal der Hirsche".

Einmal die Eckdaten: Glenfiddich 12, Orginalabfüllung, ex-Bourbon + ex-Ollorosso Fässer, mit Farbstoff und sicher auch kühlgefiltert. Wir können sicherlich davon ausgehen, das sagt mir der Geschmack, dass es sicher hierbei nicht nur um First Fill Fässer handelt. Und eine Besonderheit: es handelt sich hierbei NICHT um ein Sherry-Finish. Sondern die zwei Fässer werden in einer "oak tun" miteinander vermählt, 90% dabei sind ex-Bourbon-Fässer. Also nicht 10 Jahre ex-Bourbon, 2 Jahre ex-Sherry. Der Malt hat standardisierte 40%.

Zum Aussehen: Die dreieckige Form der Flasche ist wohl das Erkennungmerkmal der Glenfiddichs. Diese Form hat eine Bedeutung: 
Wasser, Luft und Gerstenmalz. Also die Zutaten, die für die Herstellung des Whiskys notwendig sind. Schöne grüne Farbe der Flasche und der Tube. Macht einen sehr schönen Eindruck. Reduziert. Für mich können Sie den Werbetext auf dem Label direkt weglassen. Weniger ist mehr.

In der Nase dominiert die Birne. Keine frische Birne. Eher eingekochte Birne. Oder eingelegte Birne aus der Dose. Dazu etwas helle Frucht. Leicht citrisch. Vielleicht Ananas? Insgesamt mild. Einfach.

Im Mund leichte Süße. Mit 12 Jahren nicht mehr zu Jung. Malzig. Beim atmen Malz, Karamell, Fruchtigkeit. Das Sherryfass ist präsent und liefert trockene Frucht. Birne in Vanillesauce.

Kurzer Abgang. Etwas Eichenwürze. Mancher schreibt was von Torf und Rauch. Da habe ich nichts von der Nase. Jedoch verwechseln viele eher unerfahrene Genießer Rauch mit Eiche. 


Ist aber nicht so gravierend, dann gerade als Anfänger macht man hier nichts falsch. Bzw. es gibt nichts falsch zu machen. Beim genüsslichen Paffen muss man sich keine Gedanken machen, dass man irgendwelche Aromen verpasst und dem Whisky Unrecht tut. Ein unkomplizierter Whisky. Im besten Sinne des Wortes. Man kann den Whisky zu den meisten Tabakklassikern kombinieren. Ein Three Nuns erschlägt ihn nicht. Ein Danske Club Black steht ihm nicht im weg. 


Auch der erfahrene Genießer kann dem Glendiddich 12 noch etwas abgewinnen. Leben mit Genuss hat in seiner Zeit vor Leben mit Genuss in der Facebook-Gruppe "Whisky.de" (wo ich ja mittlerweile auch Admin bin, genau wie Olaf von LmG) seine Erlebnisse beim Glenfiddichtasting beschrieben:
Mit dem 12er begannen wir das Tasting. Ich war ehrlich überrascht. Ein schöner, leichter, heller Dram mit einem Anteil von 90% Fässern aus amerikanischer und 10% aus europäischer Eiche. Schon beim Nosing eine Fruchtigkeit, grüne Birne, im Anklang Ananas. Sehr leicht, mild, angenehm in der Nase. Das setzte sich auch im Mundraum fort. Einschmeichelnd, mild, weich. Die Birne wird hier ausgeprägter. Der Eichenholzcharakter klingt nur leicht an. Insgesamt finde ich ihn frisch, aufmunternd, einladend. Für mich ein perfekter Aperitif. (http://bit.ly/2AOtPdb)
Ich kann allen Einsteigern in diese Genusswelt nur den Glenfiddich 12 Jahre ans Herz legen. Und auch Leuten, die ihn schon länger nicht im Glas hatten einfach nur raten ihn ab und an wieder einzuschenken. Zum erden. Zum genießen. Auch zur Pfeife. Und für die Pfeifenanfänger habe ich nächste Woche eine herzliche Empfehlung, gerne auch zum Glenfiddich. Ein Tabak mit dem Generationen von Pfeifenrauchern angefangen haben: den MacBaren Mixture Scottish Blend.

Bis dahin
Gut Rauch und slainte mhath!



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