Tabakreview zu McClelland - No. 2030 #1 Grade Balkan

Die schlechte Nachricht vorab: Dieses Kraut bekommt ihr nicht hinterher geworfen. Im Gegenteil. Für uns Deutsche ist es doch ziemlich hart an Tabake wie diesen zu kommen, da für den US-Markt bestimmt. Wer schonmal aus den USA bestellen wollte, der weiß was für ein kafkaesker Spießrutenlauf das werden kann.



Jetzt die gute Nachricht: Der Tabak ist ziemlich geil.

Auf diesen Tabak kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ich wollte eine Probe des Vintage Latakia besorgen und bekam direkt mehrere Proben, darunter auch nicht-DE-Tabake, wie den McClelland - No. 2030 #1 Grade Balkan (folgend nur noch Balkan). Eigentlich wollte ich zum Jura Prophecy einen anderen Tabak reviewen. Aber als ich meine kleine Brog mit dem Balkan gefüllt habe, wusste ich nach den ersten Zügen, dass genau dieser Tabak den Jura richtig auf die Beine hilft.

Warum? Jura ist eine besondere Destille, auf die viele auch nicht klar kommen. Hauptkritik ist, dass die versuchen eine eierlegende Wollmilchsau zu schaffen. Genauer: einen Hybrid aus Insel- und Highlandwhisky. Dadurch passiert, dass der eigentliche Brennerei-Charakter, der durch die Insellage naturgemäß eine raue Salzigkeit hat, doch sehr verloren geht.

Mir ist aufgefallen, dass ein süßer Begleiter zum Jura Prophecy diese natürliche Seesalzigkeit verstärkt. Und dadurch dem Jura mehr maritimen Biss gibt. Und genau das kann der Balkan. Und er hat dabei einen riesigen Vorteil:

Der No. 1 Grade Balkan ist, wie der Name schon sagt eine Balkan Mischung. Balkan Mischungen sind leider gar nicht so genau definiert. Nichtsdestoweniger wird die Bezeichnung regelmäßig benutzt. Es hat sich etabliert, dass eine Balkan Mischung äquivalent zu einer Englischen Mischung ist, nur mit erhöhtem Anteil an Orient-Tabak. Die Bezeichnung geht zurück auf den legendären Tabak "Balkan Sobranie", den ich bisher leider nicht probieren konnte.

Der McClelland - No. 2030 #1 Grade Balkan ist ein dunkler Tabak, hoher Anteil an quasi schwarzen Tabak, dazwischen ein solider Anteil an dunkel bis mittelbraunen Tabaken. Ein geringer Anteil heller Tabake sind auch enthalten.

Lunting, Baby!


Ich finde es immer erstaunlich, dass diese Art der Tabake so einfach in der Handhabung ist. Anfänger quälen sich mit Vanillebomben ab, die in der Pfeife zicken und beißen. War ja bei mir auch so. Dabei gibt es solche Tabake, die sind einfach zu rauchen und dabei noch lecker. Nur ohne Vanille.

Schon bei den ersten Zügen ist der Rauch sehr satt und cremig. Im Mund wirklich samtig. Auch das Rauchvolumen insgesamt ist sehr hoch. Dicke, schwere Wolken, die den Raucher umwehen.

Aroma ist würzig, Latakia ist präsent. Holzige Nuancen kommen dazu. Toll ist der Geschmack, denn der Balkan ist wirklich sehr süß. Für manche Freunde naturnaher Tabake bestimmt ZU süß.

Würde ich den Tabak eigenständig reviewen, wäre ein Kritkpunkt vielleicht die fehlende Tiefe. Man raucht den Tabak von Anfang bis Ende und der ist einfach eine solide Bank. Und das macht ihn für unsere Zwecke gerade so gut. Wie bei einem guten Essen die Beilage nicht die Show stehlen soll, so ist der Balkan zum Jura ein toller Begleiter. Ein Helfer, ein Freund.

Solltet ihr die möglichkeit haben, dann gönnt euch diesen Tabak ruhig mal. Mir hat er sehr gefallen.

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