Tabakbeschreibung für St. Bruno Flake

Tabakreview für St. Bruno Flake

Wenn ein Tabak wohl als Legende beschrieben werden kann, dann der St. Bruno Flake. Ein Sehnsuchtstabak für viele deutsche Pfeifenraucher (die ewig eisern auf ihren Spanienurlaub beharrten)...gewesen. Denn seit einigen Wochen ist der St. Bruno auch auf dem deutschen Markt erhältlich.

Ich bin nur zufällig auf den St. Bruno gekommen, als ich bei einem bekannten Pfeifenraucher bei FB nach einer Probe für einen anderen Tabak frug. Erwartet habe ich eine Probe des neuen Vintage Latakia. Doch es kam ein Maxibrief mit vier Proben! Das war echt geil. In dem Zuge muss ich auch gestehen, dass zunächst ein anderer Tabak auf meiner Liste stand, den ich mit dem Glen Elgin kombinieren wollte. Doch als der St. Bruno das erste Mal in der Pfeife glimmte, da war es eine Offenbarung. Klarer konnte es nicht sein: Das ist der Tabak zum Glen Elgin 12!



Der Tabak kam bei mir in einem 10cm x 10cm großen Zipperbeutel an. Der Kaltgeruch ist relativ mild mit dezenten Noten von gedünsteten Pflaumen. Der Tabak sieht sehr dunkel aus. Dunkelbraun mit hellen Sprenkeln und besteht aus Kentucky- und Virginiatabaken.

Frisch ist St. Bruno relativ feucht. Man sollte den Flake antrocknen lassen. Beim Knickfalten wurde ich dann überrascht. Kommt es mir nur so vor, oder ist der Flake sehr kompakt? 2 Scheiben passen in meine Vauen 4415.

Auch frisch lässt sich der Tabak mit etwas arbeit anfeuern. Die ersten Züge sind mild. Und vor allem: Tabaklastig. Der Kentucky und dunkle Virginias geben den Ton an. Mittelwürzig. Ich schmecke Toast, florale Nuancen und etwas Holzigkeit. Nach dem ersten Drittel liefern die Virginias dann auch etwas Süße mit, was ein beeindruckendes Geschmacksspiel entstehen lässt.

Der Rauch ist leicht cremig, sehr angenehm im Mund und hat keinerlei Anstallten zickig zu werden.



Moment? Habe ich nicht etwas von einer Aromatisierung gelesen? Ja, doch der St. Bruno ist ein Aromat der eigenen Art. Nicht zu vergleichen mit absolut totgesaucten Hocharomaten. Die Aromatisierung untermalt den Tabak eher, wird doch im Rauchverlauf intensiver. Das Aroma des St. Bruno wird generell nur vage beschrieben. Von "typisch Lakeland" bis "Rosengeranie". Ab dem letzten Drittel entfaltet sich diese volle Blütenpracht. Häufiger wird bei den Aromen von "seifig" gesprochen. Das ist etwas irreführend, weil "seifig" in der Pfeifensprache äquivalent zu "floral" benutzt wird. Ein Hintergrund könnte sein, dass Seifen - also Oma's beste Blockseife - mit Blumen aromatisiert wurden.

Die Kombination vom Glen Elgin und dem St. Bruno gefällt mir, weil beide im Mund viel Textur bieten. Beide haben Würze und Süße. Die fruchtigen bis nussigen Aromen des Whisky und die kräftigen Tabakaromen sind wie alte Freunde, die sich nach Jahren wiedersehen.

Natürlich spielt Image und Nostalgie eine Rolle. St. Bruno als echter "Lakelander" und Glen Elgin als "Classic Malt of Scotland" haben beide einen sehr britisch-klassischen Touch. Auch Mythenbildung spielt eine Rolle. Der Hirn genießt doch mit.

Fazit: Ein Traum!

Nächste Woche wird es wieder heftiger. Ich verkoste den aktuellen Octomore 8.3 mit krassen 309ppm. Ein Torfmonster? Und dazu noch Tabak? Wir werden sehen!

Gut Rauch und slainte mhath!

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